Alpe-Adria-Trail

Wandern im Garten Eden – vom Gletscher ans Meer

Der Alpe-Adria-Trail, eröffnet im Jahr 2012, führt durch Kärnten, Slowenien und Italien und hat sich binnen weniger Jahre als einer der führenden Weitwanderwege Europas etabliert.

Ausgezeichnet für

Ökonomische Nachhaltigkeit und regionale Entwicklung: Der Alpe-Adria-Trail erwirtschaftet als gemeinsamer Leitwanderweg Wertschöpfung für die ländlichen Regionen entlang seiner Route in Kärnten, Slowenien und Italien

Aufgenommen im Jahr

2020

Destination

Österreich, Slowenien, Italien

Produkt

Individuell buchbarer transnationaler Weitwanderweg

Partner

Kärntner Werbung und sechs Tourismusregionen entlang des Trails in Kärnten; AAT Buchungscenter Bovec; AAT Buchungscenter Tarvisio

01 — DER MYTHOS

Der Garten Eden

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Wahrlich ein Paradies auf Erden am Alpe-Adria-Trail: Die Weinberge von Collio in Friaul und ihr Ebenbild, die Goriska Brda, auf slowenischer Seite ©Turismo Friuli Venezia Giulia

„Erschaffe eine Wanderroute durch drei Länder, die alle für ihre leuchtenden Landschaften und reichen Kulturen gefeiert werden, und Dich nach der Reise mit einem ganz besonderen Gefühl nach Hause reisen lassen.“

National Geographic

Der Garten Eden – das Paradies auf Erden. Seit der Genesis, dem ersten Buch Mose, begleitet die Menschheit die Vorstellung von einem Paradies auf Erden. Und wo sich dieses wohl verborgen hält. In der Vorstellungskraft der Menschen zeigt sich der Garten Eden in verschiedener Gestalt. Ob als Paradies mit üppigem Überfluss, in der Architektur englischer Landschaftsgärten nachgebildet, oder als Ort des inneren Friedens und des Rückzugs vom Weltgeschehen, wie das sagenhafte Shangri La (oder Shambhala) in Zentralasien. Sehnsuchtsorte, so vielfältig wie unsere Kulturen und Religionen. Und einen davon glauben wir in der Alpe-Adria Region aufgespürt zu haben. Denn es gibt auf dieser Erde kaum eine Region, die innerhalb eines Radius von 100 Kilometern eine derartige landschaftliche und kulturelle Vielfalt offenbart, wie dieser Landstrich zwischen dem Alpenhauptkamm und dem Adriatischen Meer.
National Geographic bringt es in seiner Hommage an die Region gekonnt auf den Punkt und als der anerkannte Dramaturg Christian Mikunda zu Beginn in das Alpe-Adria-Trail Projekt involviert wurde, war für ihn sofort klar, dass es sich hier um ein „Wandern im Garten Eden“ handelt. Eine Einschätzung, der man sich objektiv nur anschließen kann, wiewohl diese in der Region selbst noch wenig ausgeprägt ist. Verschüttet von nationalen Grenzen und entwurzelten Zukunftsbildern, die der unvergleichlichen Magie dieses Raumes in keinster Weise gerecht werden. Doch darüber später!

Denn dieses Kapitel ist dem Mythos gewidmet. Und damit der unvergleichlichen Magie einer Region, deren Überfluss und Vielfalt schwer in Worte zu fassen ist. Eine Magie, die von der Erhabenheit des schneegekrönten Hochgebirges, rund um Österreichs höchsten Berg, den Großglockner (3.798m), über die türkisblauen Badeseen Kärntens, das smaragdene Wunder des Soca-Flusses in den Julischen Alpen, die lieblichen Weinberge des Collio und der Goriska Brda in den Voralpen bis hinunter zur Adriaküste mit dem Fischerstädtchen Muggia erstreckt. Bereichert durch eine über Jahrtausende währende Geschichte, die einen kulturellen Reichtum hinterlassen hat, der auf der Welt einzigartig ist: Denn nirgendwo sonst, wie in diesem „Dreiländereck“ treffen die drei großen europäischen Kulturen, das Slawische, das Romanische und das Germanische aufeinander und haben sich zu einem faszinierendem Konglomerat verschmolzen. Was für eine Vielfalt, was für ein Versprechen!

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Einer der absoluten Höhepunkte am Alpe-Adia-Trail in Kärnten: das Granattor hoch über dem Millstätter See ©Kärnten Werbung/Gerdl

Am wohl schönsten Wildfluss der Alpen: Die türkisblaue Soca! Dieser Teilabschnitt gehört zu den beliebtesten am gesamten Alpe-Adria-Trail ©Trail Angels

Ein kraftvolller Start für den Alpe-Adria-Trail: Auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit Prachtblick auf Großglockner und den Pasterzengletscher ©Kärnten Werbung/Gerdl

Das Fischerdörfchen Muggia an der italienischen Adria bildet nach 37 Tagesetappen das lockende Ziel des Alpe-Adria-Trails ©Kärnten Werbung/Oberdorfer

02 — DIE GEFAHR

Grenzen
überwinden

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Landflucht und entvölkerte Dörfer stellen für die peripheren ländlichen Regionen im Alpe Adria Raum eine konkrete Bedrohung dar; im Bild: Das Geisterdorf Stavoli im Tal der verlassenen Dörfer in Friaul ©Trail Angels
Am Startpunkt des Alpe-Adria-Trails, am Fuße des Großglockners, breitet sich – trotz seines starken Rückganges – der größte Gletscher der Ostalpen aus: die Pasterze. Sein Name kommt aus dem Slowenischen und bezeichnet ein Gebiet, das für die Behirtung geeignet ist. Orte, die früher fruchtbar waren und heute öde erscheinen, haben oft das selbe Schicksal in der Sagenwelt gemein: Der sorglose Umgang mit Überfluss wird meist von einer höheren Gewalt bestraft. Ein Schicksal, welches durchaus auch auf den Alpe-Adria Raum umzulegen ist: Gleich zwei Weltkriege haben hier ihre verheerenden Spuren hinterlassen und auch danach für Jahrzehnte klar erkennbare Grenzen hinterlassen haben. In der Landschaft in Form von Schlagbäumen und in den Köpfen fest als Vorurteile eingebrannt. Und ja, es war der Europäische Geist, der geholfen hat, in der Region so manche Grenzen zu überwinden.
Wiewohl die Alpe-Adria-Region Dank der Europäischen Union immer mehr zusammengewachsen ist, blieb ihr einzigartiges gemeinsames Potenzial – vor allem im Tourismus – weitgehend ungenützt. Ob es nun an sprachlichen Barrieren, bürokratischen Hürden, hartnäckigem „Kirchturmdenken“ oder schlichtweg an fehlenden Ressourcen liegt, ist einerlei. Denn das dadurch Versäumte wiegt einfach zu schwer! Daher gilt es diese Defizite zu überwinden, indem man grenzüberschreitend und damit auch groß zu denkt. Gemeinsame Produkte entwickelt und auch bewirtschaftet und somit schrittweise eine Destination gestaltet, mit deren Potenzialen sich kaum eine andere messen kann. Potenziale, die vor allem auch für die Entwicklung eines transnationalen nachhaltigen Tourismus genutzt werden können. Denn abseits der pulsierenden wirtschaftlichen und touristischen Zentren kämpfen auch im Alpe-Adria Raum viele abgelegene ländliche Regionen mit den Problemen der Abwanderung und des damit einhergehenden wirtschaftlichen Niedergangs. Will man diese Talschaften als intakten Lebens- und Wirtschaftsraum erhalten, so bietet sich hier ein wertschöpfender, nachhaltiger Tourismus oft als einzige realistische Möglichkeit an. Gerade auch als probate Antwort auf so manche „einfache“ Lösung, die gerade in Krisenzeiten so verlockend klingen. Und dabei meist ohne jede Nachhaltigkeit für den schnellen Gewinn wertvolle Ressourcen verschlingen. Und am Ende des Tages der Alpe-Adria-Region Schritt für Schritt ihrer einzigartigen Magie berauben. Dies gilt es zu verhindern!
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Trennten früher Grenzberge wie die Karawanken Nationen und Menschen fungieren heute Weitwanderwege als verbindende Klammern ©Carnica Region Rosental/Gerdl

Bilder aus einer längst versunkenen Zeit: Ein Klassenfoto der Volksschule von Stavoli. Geht die Schule, folgen früher oder später die Menschen – das Schicksal vieler Dörfer ©Trail Angels

03 — DIE HELDEN

Aufstehen für die Alpe-Adria Region.

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Trail Helden im Einsatz: Ohne den Einsatz der Wegetrupps wäre der Betrieb eines Weitwanderweges wie der Alpe-Adria-Trail undenkbar. Im Bild ein Team des Österreichischen Alpenvereines auf der Etappe 5 ©Peter Angermann
Die ersten Initiativen, die Alpe-Adria-Region wirtschaftlich und kulturelle als etwas Gemeinsames zu sehen, gingen auf die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Der leider schon verstorbene Kärntner Spitzenbeamte Ralf Unkart begründete ein Alpe Adria Aktionsprogramm und war seiner Zeit damit voraus. Eine gescheiterte gemeinsame Olympiabewerbung „Senza Confini“ und mehrere Projektinitiativen im Rahmen der INTERREG Programme später, kam der entscheidende Impuls aus dem Tourismus. Was an sich erstaunlich ist, müssen Tourismusmanager doch zu aller erst an ihre eigene Destination denken. Im Zuge des Relaunches der Tourismusmarke „Kärnten“ im Jahr 2010 hatten gleich mehrere Manager von Tourismusregionen die Idee, ihre Wanderprojekte zu einem gemeinsamen Weitwanderweg zu verbinden und diesen dann gleich über die Grenzen bis an die Adria zu gestalten. Eine, zu diesem Zeitpunkt fürwahr utopische Idee, die beim Geschäftsführer der Kärnten Werbung, Christian Kresse, jedoch auf fruchtbaren Boden stieß. Er machte diese Idee zu einem seiner vordringlichsten Projekte und verfolgte dieses fortan mit der ihm eigenen, nie versiegenden Energie.

Die Strategie, alle Ressourcen auf einen Weitwanderweg als Leuchtturmprojekt zu fokussieren war mehr als mutig. So sollte seine Strahlkraft nicht nur mehr Licht auf das gesamte Wanderangebot der Destination und auf diese selbst werfen. Und dafür eignet sich ein konkretes, buchbares Produkt eben besser, als in Wahrheit nutzlose Aussagen, über ein Wanderwegenetz von 12.435km zu verfügen (die Zahl ist natürlich fiktiv).
Neue Wege zu beschreiten bedarf natürlich großer Überzeugungsarbeit. Und dies gelang Kresse mit großer Beharrlichkeit und Überzeugungskraft. Schritt für Schritt gelang es aus dem Projekt von einigen wenigen ein von vielen getragenes zu machen. So schlossen sich der Kärnten Werbung die Tourismusorganisationen von Slowenien und Friaul Julisch Venetien und einer Perlenkette gleich auch alle regionalen Tourismusverbände und Gemeinden zwischen Heiligenblut und Muggia dem Projekt „Alpe-Adria-Trail“ an. Die jährlichen Treffen, die laufenden gemeinsamen Projekte und der abgestimmte Marketingplan zeugen, wie sehr die Familie des Alpe-Adria-Trails bereits zusammen gewachsen ist.
Apropos Beharrlichkeit: Um ein Produkt wie den Alpe-Adria-Trail nachhaltig zu gestalten, bedarf es großer Beharrlichkeit. Im Management genauso wie vor Ort, am Trail. So hat der Produkteigentümer, die Kärnten Werbung in Roland Oberdorfer einen Motor, der mit unaufgeregter Beständigkeit das Projekt stetig vorantreibt. Und uns Trail Angels als offizielles Alpe-Adria-Trail Buchungscenter als verlässlicher Partner zur Seite steht. Nicht zu vergessen ist auch im Buchungsmanagement die tagtägliche kongeniale Zusammenarbeit mit den Teams der Buchungscenter in Italien (Tarvisio) und Slowenien (Bovec), wo sich um Beispiel Tourismuschef Janko Humar weit über das Übliche für das Projekt engagiert.
Zu guter Letzt sind auch die vielen guten Geister bei der Erhaltung und Pflege des Trails zu würdigen. Handelt es sich doch, zumindest bei den alpinen Vereinen, um die unentgeltliche Arbeit von Freiwilligen! Dabei obliegt die Koordination aller erforderlichen Arbeiten dem „fliegenden Holländer“ Ron Kapteyn, der insbesondere auf den anspruchsvollen Etappen in den Hohen Tauern unermüdlich für die Sicherheit des Trails unterwegs ist und so wie wohl kein anderer mit jedem Meter auf dem Alpe-Adria-Trails auf „Du und Du“ ist. Das Geheimnis des Erfolges: Aus wenigen sind viele geworden! So ist es gelungen, aus einer Projektidee binnen 10 Jahre einen der erfolgreichsten Weitwanderwege Europas zu geschaffen!
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Oben: Christian Kresse ebnete der Umsetzung des damals utopischen Alpe-Adria-Trail Projektes als Geschäftsführer der Kärnten Werbung den Weg.
links: Alpe-Adria Trail Projektmanager Roland Oberdorfer in Aktion.

Der in Holland gebürtige Guide Ron Kapteyn kennt quasi jeden Meter des Alpe-Adria Trail! Sein freiwilliges Engagement ist hochgeschätzt. Auch Janko Humar (Tourismuschef in Slowenien) setzt sich weit über das Übliche für das Projekt ein.

04 — DAS PROJEKT

Ein Trail vom Gletscher ans Meer.

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37 Etappen; 3 Länder; 1 Trail: Der Alpe-Adria-Trail hat sich als das Leuchtturmprodukt für das Wandern zwischen Gletscher und Meer im Alpe Adria Raum profiliert. Von unserem Fotographen mit Witz und Charme eingefangen ©Nationalpark Region/Dapra
Ein Leuchtturmprojekt wie der Alpe-Adria-Trail beinhaltet viele Facetten und lässt sich dabei in verschiedene Projektphasen mit anhaltenden Aktivitäten gliedern. So wird aus dem Projekt ein Produkt, aus dem Produkt ein Geschäftsmodell und schlussendlich aus dem Geschäftsmodell eine lineare Destination.
Beginnen wir im Jahr 2010. Die Idee, einen Weitwanderweg vom Großglockner bis zum Adriatischen Meer zu entwickeln, ist auf einen fruchtbaren Boden gefallen und die Kärnten Werbung hat es geschafft, die Partner in Italien und Slowenien eben für diese Idee zu begeistern. Mit Hilfe eines ersten bilateralen INTERREG Projektes (Österreich – Slowenien) konnten zusätzliche Ressourcen für die erste Projektphase sichergestellt werden und es ging an die Planung der Route. Dabei stand die intelligente Inwertsetzung des bereits bestehenden Wegenetzes, ebenso wie die Einbindung der Gemeinden und ExpertInnen vor Ort im Vordergrund. Gleichzeitig wurde im Wettbewerb ein Design-Konzept für den Trail vergeben, welches dann in allen drei Ländern leicht adaptiert umgesetzt wurde. Die Trail Angels, damals war ein Teil des Teams noch im Destinationsmanagement der Nationalpark-Region Hohe Tauern Kärnten tätig, zeichneten zusammen mit unserem späteren Unternehmenspartner REVITAL IB für die Routenführung in Westkärnten verantwortlich.

Das Trail-Design, welches in den auffälligen Etappenplätzen zu einem nicht mehr wegzudenkenden Key-Visual für den Alpe-Adria-Trail geworden ist, ist ebenfalls ein Produkt von REVITAL IB. Durch die Bündelung der Ressourcen und der gemeinsamen Kraftanstrengung war es möglich, den Alpe-Adria-Trail bereits im Oktober 2012 an seinem Startpunkt, der Kaiser-Franz-Josephs-Höhe, feierlich zu eröffnen.
Mit der Eröffnung des Alpe-Adria-Trails im Oktober 2012 begann die Projektphase zwei. Diese beinhaltete zuerst einmal die Entwicklung, gemeinsame Finanzierung und laufende Umsetzung eines länderübergreifenden Marketingplanes. In Ergänzung dazu erfolgte die Implementierung eines Organisationsmodells, welches die Verantwortlichkeiten in den verschiedenen Bereichen und Ebenen klar regelt. Ständige Arbeitstreffen, wie jährliche Motivationstreffen und gemeinsame Wandertage sind dabei ebenso definiert, wie das umfangreiche Monitoring- und Maintenance-Programm für den Trail. Ein zentraler Faktor für die Projektphase drei war jedoch die Einrichtung der Buchungscenter für den Alpe-Adria-Trail in Österreich, Italien und Slowenien. Die Buchungscenter sind Service-Center für die Wanderer, zentrale Ansprechstation für die regionalen Leistungspartner und professionelle Partner für internationale Reiseveranstalter. Als wichtigstes Ziel für die Arbeit der Buchungscenter wurde die individuelle und servicierte Buchbarkeit des Alpe-Adria-Trails vom Großglockner bis nach Muggia definiert. Die Buchungscenter arbeiten dabei auf der Basis zeitliche befristeter Lizenznutzungsverträge und nehmen die folgenden Aufgaben wahr: Anfrage- und Buchungsmanagement; Betreuung der Gäste; Reselling über ausgewählte Reiseveranstalter; Contracting und Koordination der regionalen Leistungspartner (es sind inzwischen mehr als 500 in den drei Ländern!); laufendes Reporting; Evaluierung und Qualitätsmanagement; laufende Produktentwicklung und transnationale Koordination. Das Buchungscenter in Österreich befindet sich in Obervellach und wird von uns Trail Angels betrieben. Das Buchungscenter in Italien befindet sich in Tarvisio und jenes von Slowenien in Bovec und beide werden von der jeweiligen regionalen Tourismusorganisation betrieben.
Die dritte Projektphase begann im Jahr 2017 mit dem Start eines weiteren INTERREG Projektes (dieses Mal zwischen Österreich und Italien). Diese Phase umfasst die Professionalisierung und Verdichtung der angebotenen Services. Für das Projektmanagement dieses INTERREG-Projektes zeichnen in Kärnten die Trail Angels verantwortlich. Ein spektakuläres Ergebnis ist die Konzeption von neuen, innovativen Übernachtungsformen, die Alpe-Adria-Trail Cubes. Für deren Umsetzung wurde auf Initiative der Trail Angels eine eigene Trail Infrastruktur GmbH gegründet und der große Tourismuspreis (Leuchtturmprojekt) des Landes Kärnten im Jahr 2019 gewonnen. Ein weiterer Meilenstein der Projektphase 3 ist die Implementierung unseres Online Trail Info- und Buchungssystems in den laufenden Betrieb unseres Buchungscenters ab dem Betriebsjahr 2017. Mit Bookyourtrail.com konnte endgültig ein unseren Erwartungen entsprechendes professionelles und effizientes Buchungsmanagement umgesetzt werden. Diese Maßnahme wurde vom Austria Wirtschafts Service (AWS) im Rahmen der Auszeichnung „Innovative Firmengründung am Land“ und dem Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (KWF) finanziell unterstützt. Besonders stolz sind wir dabei auch auf die erste Mandantenlösung von Bookyourtrail.com: Das Buchungscenter für Slowenien in Bovec hat sich entschlossen unser System als zentrales Werkzeug zu integrieren und arbeitet seit 2019 damit mit großem Erfolg.
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05 — DIE WIRKUNG

Nachhaltiger Tourismus funktioniert!

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Nah am Leben: Ein Weitwanderer am Alpe-Adria-Trail wird am Rande eines Dorffestes in Slowenien verpflegt. So soll ein sozial nachhaltiges Tourismusprodukt aussehen! ©Trail Angels

Lassen wir die Kirche im Dorf! Es ist sicherlich richtig, dass der Alpe-Adria-Trail, bezogen auf ein Wanderprodukt, ein großes Projekt darstellt. Aber vergleichen wir doch die meist Hardware-orientierten Investitionen, die sonst in der Tourismuswirtschaft vorherrschen, mit den Investments, die bislang für den alpe-Adria-Trail getätigt wurden. Da geht sich weder eine einzelne Bergbahn, geschweige denn ein Kreuzfahrtschiff aus. Wohl eher nur eine erstaunlich stabile Nussschale im stürmischen Ozean, dass sich Weltgeschehen nennt. Denn im Gegensatz zu Apres Ski Partymeilen und dem Massentourismus a la Kreuzfahrtindustrie hat der Alpe-Adria-Trail die aktuelle Corona-Krise mit bemerkenswerten Ergebnissen gemeistert.
Mit oder ohne Corona: Der Alpe-Adria-Trail hat seinen Platz in der Hall of Fame für nachhaltigen Tourismus fest verankert. Er ist das Paradebeispiel für ökologische, soziale und vor allem ökonomische Nachhaltigkeit! Ökologisch, weil es gelungen ist, mit sparsamen Ressourcen das bestehende Wegenetz zu nutzen und damit ein Produkt von internationaler Strahlkraft harmonisch in die Landschaft zu integrieren. Ja bewusst sich dieser Landschaft unterzuordnen.

Ökologisch aber auch, weil das buchbare Produkt an sich schon nachhaltig gestaltet wurde und insbesondere die klimafreundliche Anreise mit den von uns entwickelten „Green Spirit“ Paketen einen erstaunlichen Anteil von bereits 35% des gesamten Buchungsvolumens einnimmt.
Sozial, weil es mit dem Alpe-Adria-Trail gelungen ist, die länderübergreifende Zusammenarbeit auf ein bisher noch nicht gekanntes Niveau zu intensivieren. Die drei Buchungscenter agieren gegenüber den Gästen inzwischen wie eine gemeinsame Firma und was gibt es Schöneres, wenn – trotz aller sprachlichen Barrieren – die Hoteliers aus Heiligenblut, Bovec und Muggia bei den Arbeitstreffen inspiriert diskutieren und sich bei den Wandertagen über ein Wiedersehen freuen? Sozial aber auch, weil es gelungen ist, mit dem Alpe-Adria-Trail Bewirtschaftungsmodell einen möglichst großen Kreis an motivierten Wirtschaftstreibenden mit gutem Willen einzubeziehen. Beherberger mit Betrieben in den verschiedensten Kategorien, von der bewirtschafteten Almhütte bis zum Hotel*****. Mobilitätsdienstleister, Bergwanderführer, aber auch Sportgeschäfte, Raststätten und viele mehr. Und sozial, weil eine Eigenschaft angefacht wurde, die für den ländlichen Raum so überlebensnotwendig ist: Der Innovationsgeist! Die Beispiele sind ebenso mannigfaltig wie ermutigend. Von den Alpe-Adria-Trail Tafeln, wie sie zum Beispiel der Wirt vom Danielsberg, Hannes Viehhauser so geschmackvoll umsetzt, über Merchandising Produkte, die allerorten immer mehr angeboten werden, bis zur Initiative der Alpe-Adria-Trail Cubes. Hier errichten engagierte UnternehmerInnen am Alpe-Adria-Trail unter der Koordination der Trail Angels neue, innovative Beherbergungsformen. Und zu guter letzt sozial, weil der Alpe-Adria-Trail für inspirierende Begegnungen sorgt. Authentisch, nah am Leben und zwischen Menschen, die sich sonst nie begegnet wären! Man muss sich nur vorstellen: Gäste aus 28 (!) verschiedenen Nationen sind 2019 am Alpe-Adria-Trail gewandert und werden es nach Corona ganz sicher wieder tun! Und man stelle sich vor: Wäre Erika vom Almgasthof Marterle (einer unserer Partnerbetriebe) je Matt aus Portland, Melina aus Jerusalem, Rick aus Sydney, Lien aus Singapur oder Jose aus Buenos Aires begegnet?
Ökonomisch, weil der Alpe-Adria-Trail Wertschöpfung in die Regionen bringt! Und das Jahr für Jahr mehr, was gut dokumentiert ist. Basierend auf eingerichteten Zählstellen und hochgerechnet von den Zahlen der Buchungscenter sind 2019 ca. 15.000 Mehrtageswanderer am Alpe-Adria-Trail unterwegs gewesen. Auf ihrer Reise haben sie ca. 8 Millionen Euro ausgegeben und damit die Wertschöpfung in oft touristisch extensiven Bereichen angekurbelt. Insgesamt profitieren hunderte Beherbergungsbetriebe, dutzende Mobilitätsdienstleister und Bergwanderführer sowie viele Gaststätten, Lebensmittel- und Sportgeschäfte, Ausflugsziele und viele mehr vom Alpe-Adria-Trail. Bezieht man sich dann auf die Zahlen unseres Buchungscenters ergibt sich folgendes Bild: Wanderer aus 29 (!) Nationen haben bisher über das Buchungscenter eine Wanderreise am Trail gebucht. Sie waren dabei durchschnittlich in einer Gruppengröße von 2,4 Personen 7,8 Tage lang unterwegs. 95% nehmen dabei unseren Mobilitätservice in Anspruch. 35% der Gäste sind Vegetarier oder veganer, 18% wandern mit ihrem Hund und 33% reisen mit dem Zug an. Dabei geben sie pro Tag ca. € 105,– (ohne Nebenausgaben) für ihre Wanderreise aus (was für ein Wanderprodukt ein erstaunlicher Wert ist) und sie kommen zu 76% wieder, um die Wanderreise vom Gletscher ans Meer fortzusetzen. Wenn das keine eindrucksvollen Zahlen sind! Ökonomisch ab er auch, weil es uns gelungen ist, mit der beständigen und professionellen Arbeit im Buchungscenter ein auf gegenseitigem Vertrauen aufbauendes Netzwerk an B2B Partnern zu entwickeln. Aktuell arbeiten die Trail Angels am Alpe-Adria-Trail mit 21 ausgewählten Spezialreiseveranstaltern zusammen und es werden – auch als Ergebnis der Corona-Krise – stetig mehr. Wir sind stolz, so renommierte Veranstalter wie National Geographic Expeditions, Asi-Reisen, Weltweitwandern, Hauser Exkursionen, DAV-Summit Club, Wikinger Reisen, Alpen-Reizen und viele mehr als unser Partner gewonnen zu haben. Ökonomisch aber auch, weil der Alpe-Adria-Trail auch immaterielle Werte geschaffen hat! Indem er zum Beispiel mehrfach ausgezeichnet wurde. Von den Auszeichnungen von National Geographic (Top 10 Best New Trail 2014; Top 7 Trail 2016; „Bester Geheimtipp“ 2019) bis hin zu Tour Natur (Bester Wanderweg Österreichs 2018). Auf dieser Reputation aufbauend, ist es gelungen, den gesamten Alpe-Adria-Raum als Wanderdestination im speziellen und als führende internationale Destination im allgemeinen am internationalen Markt zu positionieren. Das wäre sicher keiner Bergbahn und auch keinem Kreuzfahrtschiff gelungen, um den Kreis in diesem Kapitel zu schließen.
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Oben: Ein wirklich nachhaltiges Tourismusprodukt muss auch wirtschaftlich nachhaltig sein! Diesen Beweis hat der Alpe-Adria-Trail mit seinen 300 Partnerbetrieben zwischen Heiligenblut und Muggia längst erbracht! ©Kärnten Werbung/Gerdl

Links: Das nennen wir eine geringen ökologischen Fußabdruck: Die Verbindung des Weitwanderns mit bahnanreise und regionaler „Nullkilometer“ Kulinarik. Am Alpe-Adria-Trail bereites vorbildlich realisiert! ©Nationalpark Region/Dapra

Impact Stories

mehr über den Alpe-Adria-Trail

06 — DIE VISION

Alpe-Adria-Trail:
Der Türöffner.

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Mit dem Alpe-Adria-Trail ist es gelungen, insbesondere Kärnten als als Wanderdestination und Vorreiter eines nachhaltigen Tourismus zu positionieren. Alleine schon deshalb ergeben sich noch viele faszinierende Perspektiven für seine Weiterentwicklung ©Nationalpark Region/Dapra

Wie sieht nun unsere Vision für den Alpe-Adria-Trail aus?
Blicken wir dafür ins Jahr 2030!

Man muss kein großer Prophet sein, wenn man dem Alpe-Adria-Trail eine rosige Zukunft voraussagt. Vorausgesetzt die Protagonisten dieses so bemerkenswerten Weitwanderweges können das Niveau ihres Einsatzes und ihrer Zusammenarbeit beibehalten, wird der Alpe-Adria-Trail seine Position als einer der führenden und wirtschaftlich erfolgreichsten Weitwanderwege Europas nicht nur festigen sondern ausbauen.
Doch das Machbare ist hier nicht genug! Unsere Vision vom Alpe-Adria-Trail ist die des Türöffners für das Zusammenwachsen der Alpe-Adria-Region zu einer der führenden internationalen Destinationen für nachhaltigen Tourismus. Das konkrete Erfolgsmodell des Alpe-Adria-Trail wird der Impuls sein, auch in anderen Bereichen noch viel stärker grenzüberschreitend zu kooperieren.

Der Wander-, Rad-, Mountainbike aber auch Kultur- und Naturtourismus bieten hier sprichwörtlich grenzenlose Möglichkeiten. Mit der Entwicklung von attraktiven Produkten von internationaler Strahlkraft und ihrer Vermarktung und ihrem verkauf werden viele weitere gemeinsame Arbeitspakete umgesetzt werden: Von einem einheitlichen Qualitätsmanagement verbunden mit grenzüberschreitenden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, neuen Kooperationsmodellen auf betrieblicher Ebene bis hin zu einem grünen Mobilitäts-Cluster und gemeinsamen Think Tanks und Innovationspools.

Unsere Vision gilt daher Alpe-Adria-Region als Ganzes. Ein internationales Flaggschiff für nachhaltigen Tourismus, welches die so reichen und vielfältigen Ressourcen der Natur, der Kultur und seiner Menschen so verantwortungsvoll nutzt, um sie diesem „Garten Eden“ auch wirklich gerecht zu werden. Als Modellregion für eine zukunftsfähige Welt. Man wird ja wohl noch träumen dürfen!

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Shiny happy People: Der Alpe-Adria-Trail hat schon tausende Wanderreisende verzaubert und beweist, dass ein anderer, nachhaltigerer Weg im Tourismus große Wirkung zeigen kann. So wird der Alpe-Adria-Trail ganz sicher zu einem internationalen Testimonial für diesen Weg! ©Nationalpark Region/Dapra

Wo ein Wille ist, ist ein Weg! Wie dieser Hauswurz selbst in engen Felsspalten seinen Lebensraum findet, kann nachhaltiger Tourismus ohne große Investitionen für eine regionale Wertschöpfung in peripheren, ländlichen Regionen auslösen ©Klaus Dapra

»Die Erfolgsgeschichte des Alpe-Adria-Trails ist fast zu schön um wahr zu sein. Und dieser Erfolg inspiriert uns, diese Geschichte um weitere innovative und nachhaltige Kapitel zu erweitern«

Trail Angels

Dieser Beitrag wurde verfasst von: Günter Mussnig

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