Amazon of Europe Bike Trail

Cycling for Nature

Ein Europäisches Projekt des „Danube Transnational Programme“, das weiter geht: Der Amazon of Europe Bike Trail als Keimzelle einer zukünftigen transnationalen Destination für nachhaltigen Tourismus

Ausgezeichnet für

Partnerschaft von Naturschutz und Tourismus; ein Projekt für die Völkerverbindung und Überwindung von Nationalismus; regionale Wertschöpfung für periphere, strukturschwache Grenzregionen
Aufgenommen im Jahr
2020
Destination
Österreich, Slowenien, Ungarn, Kroatien, Serbien
Produkt
Individuell buchbarer, transnationaler Fernradweg
Partner
INTERREG Danube Transnational Programme mit 15 Projektpartnern (Lead-Partner: ISKRIVA)
01 — DER MYTHOS
Big River

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So nah und doch so fern: Die Flusswildnis entlang des weltweit ersten „Fünf Länder UNESCO Biosphärenparks Mura-Drava-Danube“ mutet exotisch an und ist dennoch nur wenige Autostunden z.B. von Wien entfernt ©G. Safarek

„You can´t be unhappy in the middle of a big, beautiful river“

Jim Harrison

1991 enthüllte der Fall des Eisernen Vorhangs eines der bestgehüteten Geheimnisse der kleinen Gruppe der fünf mitteleuropäischen Länder Österreich, Ungarn und Slowenien, Kroatien und Serbien – die drei letzteren gehörten damals noch zu Jugoslawien. Heftig bewacht, da das Grenzgebiet, das diese so nahe beieinander liegenden Landstriche in Ost und West trennte, Tito-Kommunismus und Gulasch-Kommunismus, ein Lebensstrom der frei fließenden Unterläufe von Mur, Drau und Donau sowie deren Auen, Feuchtgebiete, Sümpfe und Auenwälder in ihrer ganzen Pracht überleben konnten. Die drei Flüsse flossen fernab der Zivilisation oder über Grenzdörfer, die jahrhundertelang von ihren Königen, Herren und Präsidenten vergessen worden waren, und so blieb es den drei Flüssen überlassen, das zu tun, was sie am besten konnten. Es blieb ihnen überlassen, zu fließen, die Landschaft zu formen und Steine und Sand zu transportieren und neues Land wieder aufzubauen, und dort, wo die endlose pannonische Tieflandschaft beginnt, schlängeln sie sich langsam weiter flussabwärts, bevor sie die Donau erreichen, und setzen dann die endlose Verschiebung in Richtung Meer fort.

Die Beschränkungen des freien Waren- und Personenverkehrs erhielten die Flüsse naturbelassen und wild und gaben ihnen Raum, sich zu entwickeln und ein wunderbares natürliches Gleichgewicht zu erhalten, das Flora und Fauna gedeihen ließ. Die drei Flüsse bilden ein 700 Kilometer langes „grünes Band“, das fast 1.000.000 Hektar äußerst wertvoller Natur- und Kulturlandschaften aus allen fünf Ländern miteinander verbindet. Meist ungezähmte Flüsse, Sand- und Kiesbänke und Flussinseln, Backwaters, Feuchtwiesen und Altarme, Sümpfe, ja sogar das größte Binnendelta der Donau an ihrem Zusammenfluss mit der Drau (Kopacki rit, Kroatien) sind hier weitgehend erhalten geblieben. Diese Lebensräume beherbergen die höchste Dichte an brütenden Seeadlerpaaren Kontinentaleuropas und andere gefährdete Arten wie Flussseeschwalbe, Schwarzstorch, Biber, Fischotter und den fast ausgestorbenen Schiffsstör. Jedes Jahr nutzen mehr als 250.000 wandernde Wasservögel die Flüsse, um sich auszuruhen und zu ernähren. Viele von ihnen sind im übrigen Europa, wo Flüsse dieser Natürlichkeit nicht oft anzutreffen sind, zu seltenen Gästen geworden.
Aufgrund all dieser Wunder seiner wilden Natur ist das Gebiet als das Amazonasgebiet Europas bekannt geworden – ein Name, der Erwartungen weckt, denen dieser Ort voll und ganz gerecht wird. Als Anerkennung seines Wertes und zum Schutz vor all den vielen Bedrohungen ist das Gebiet in einer Kette von 13 offiziellen Schutzgebieten geschützt und wurde gemeinsam von den fünf Ländern, über deren Territorium es sich erstreckt, zum ersten Fünf-Länder-Biosphärenreservat der Welt ernannt, das von der UNESCO anerkannt wird. Die offizielle Entscheidung wird für Mitte 2021 erwartet.
Die ausgedehnten Überschwemmungsgebiete sind nicht nur für die Erhaltung der Artenvielfalt wichtig. Die Menschen, die dieses riesige Gebiet seit Jahrhunderten bewohnen, haben von den Ressourcen gelebt, die von denselben Flüssen bereitgestellt werden. Ob mit Trinkwasser, Fisch, für die Landwirtschaft in kleinem Maßstab in einem gesunden und feuchten fruchtbaren Boden oder für die Jagd und die Forstwirtschaft, die Flüsse haben immer schon versorgt. Die Menschen haben sogar gelernt, ihre Energie zu nutzen und ihre Ernten auf Flussmühlen zu mahlen. Der Rhythmus der Flüsse in Form von jahreszeitlichen Überschwemmungen oder Dürreperioden war Teil des Lebens der Menschen, und sie existierten lange Zeit nebeneinander.

Die Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs brachten politische Unruhen mit sich, darunter blutige Kriege und Verwirrung. Ein chaotischer Beginn der wirtschaftlichen Entwicklung und übereilte Entscheidungen, die dieses Juwel zu zerstören drohten, haben Basisbewegungen zur Verteidigung der Natur gegen politische und wirtschaftliche Interessen ausgelöst. In den letzten zwanzig Jahren konnte trotz alter Missgunst eine allmähliche Verlagerung hin zu mehr Stabilität und grenzüberschreitender Zusammenarbeit erreicht werden. Für das Jahr 2021 wird die Entscheidung erwartet, das erste Fünf-Länder-Biosphärenreservat der Welt, das 5-Länder-Biosphärenreservat Mur-Drau-Donau (TBR MDD), anzuerkennen.

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Der Eisvogel findet entlang der natürlichen Flußabschnitte von Mur, drau und Donau seinen idealen Lebensraum. Auch deshalb wurde dieser farbenprächtige Vogel zum Wappentier des Amazon of Europe Bike Trails erkoren ©G. Safarek

Der Naturpark Kopacki Rit im Dreiländereck Ungarn, Kroatien und Serbien zählt ohne Zweifel zu den landschaftlichen Höhepunkten entlang des neuen Amazon of Europe Bike Trails ©G. Safarek

Die Naturwunder des Biosphärenpark, gepaart mit der Kultur und Gastfreundschaft von fünf verschiedenen Ländern machen den Amazon of Europe Bike Trail fürwahr einzigartig! ©G. Safarek

Einen besonderen reiz üben zudem die vielen historischen Städte entlang des Radweges aus, die auch oft als Etappenorte dienen. Im Bild die bezaubernde Alzstadt von Varazdin ©Tourismusbüro Varazdin

Die Fragilität und Sensibilität des Naturraumes entlang von Mur, Drau und Donau kommt bei diesem Bild ganz besonders gut zum Ausdruck: Nistplatz der Uferschwalben an einem Steilufer der Drau ©G. Safarek

02 — DIE GEFAHR
Entwicklung
zu jedem Preis

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Pioniere: Für ein Projekt wie der „Amazon of Europe Bike Trail“ war eine mehrjährige Vorbereitungsphase erforderlich. Ein transnationale Arbeitsgruppe hat dieses engagiert und konsequent bis zur erfolgreichen Einreichung vorangetrieben ©Trail Angels
Dieses Gebiet ist trotz der zahlreichen vom Menschen verursachten Veränderungen, die es in der Vergangenheit erlitten hat, ein richtiges Amazonasgebiet in Europa und bleibt eine atemberaubende Flusslandschaft, die eine erstaunliche biologische Vielfalt beherbergt und ein Hotspot seltener natürlicher Lebensräume wie große Auenwälder, Flussinseln, Kies- und Sandbänke, Seitenarme und Rinnsale ist.
Obwohl sich die Regierungen für den strengen Schutz von Mur, Drau und Donau ausgesprochen haben, sind die Naturwerte dieser Flüsse noch nicht gesichert. Laufende und geplante Regulierungen natürlicher Flussabschnitte, Schotter- und Sandbaggerungen aus dem Flussbett und neue Wasserkraftwerke bedrohen das ökologische Gleichgewicht, die Artenvielfalt und die Trinkwasserversorgung.

Die Begradigung und Ausbaggerung natürlicher Flussabschnitte von Kroatien, Ungarn und Serbien widerspricht sowohl den EU-Gesetzen als auch internationalen Umweltstandards. Vordergründig einer verbesserten Schifffahrt bzw. dem Hochwasserschutz dienlich, sind diese – fachlich nicht begründbaren – überholten Maßnahmen ausschließlich den Profitinteressen der Wasserbaulobbys geschuldet. Die Umwandlung natürlicher Flüsse in einförmige Kanäle verursacht verheerende Umweltschäden: Die Maßnahmen führen zur Eintiefung des Flussbettes und schneiden dadurch Feuchtgebiete und Auwälder von der Wasserzufuhr ab. Wichtige Flusslebensräume für bedrohte Tierarten werden zerstört. So schrumpfte die Uferschwalben-Population an der Drau in betroffenen Gebieten von 13.000 Brutpaaren im Jahr 2005 auf knapp unter 3.000 in 2010.
Auch die wirtschaftlichen Schäden eines verantwortungslosen Flussmanagements sind nicht von der Hand zu weisen: Ein sinkender Grundwasserspiegel lässt die Böden, also auch die Auwälder und somit die Laichgründe der Fische austrocknen und gefährdet die Trinkwasser-versorgung. Außerdem erhöht sich das Hochwasserrisiko. Die geplanten flussbaulichen Eingriffe bedrohen vor allem die Donau und die Drau im Grenzgebiet zwischen Kroatien, Serbien und Ungarn. Insgesamt stehen 50.000 Hektar natürlicher Flusslandschaft auf dem Spiel. Ausgerechnet die Kernzone des zukünftigen Biosphärenparks im Naturpark „Kopački Rit“ soll zerstört und in einen monotonen Kanal verwandelt werden. Auch Wasserkraftwerksprojeke an der Mur in Slowenien und der Drau in Kroatien bedrohen den „Amazonas Europas“.
Mit der schrittweisen Ostöffnung der EU in den letzten Jahrzenten, sowie mit dem erhöhten Interesse für Naturjuwelen Mitteleuropas gewinnt Tourismus auch in diesem Fünfländer Eck immer mehr an Bedeutung. Wie in jeder Anfangsphase, werden viele nicht gänzlich überlegte oder durch anderwärtigen Interessen-gesteuerte Investitionen in Tourismus betätigt, die den Naturschutzzielen entgegensteuern oder Schutzmaßnahmen boykottieren. Die letzte Grenzöffnung ist zwar mehrere Jahre her, grenzen bleiben aber weiterhin den Köpfen – sei es die wahrgenommene Distanz, die diesen Teil Europas von dem Rest separiert und es dem Westen als die weite Ferne mit komischen Sprachen und Unbefahrbaren Straßen vorkommen lässt, oder die eingebildete Obergrenze der eigenen Möglichkeiten, die die Einwohner der Gegend Jahrzenten eingetrichtert bekommen und letztendlich geglaubt haben. Gelegen in der Grenzzone der jeweiligen Länder, sind viele der Ortschaften und Kleinregionen der Mur-Drau-Donau Landschaft von Armut oder Landflucht geplagt. Die massive Abwanderung in die Städte, die so sehr postkommunistische Gesellschaften geprägt hat, hat auch hier seine Spuren hinterlassen. An den Landgrenzen gelegene Orte werden von Zentralregierungen öfter vergessen und so ist es auch hier, wo staatlichen Naturschutz- oder Regionalentwicklungsinstitutionen um ihr Überleben und ihre Zwecke doppelt kämpfen müssen.
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Die Grenzregionen entlang von Mur, Drau und Donau sind besonders von Abwanderung und wirtschaftlichem Abschwung bedroht. Nachhaltige Tourismusprojekte im Einklang mit der grandiosen Natur der transnationalen Region bilden jedoch eine ernstzunehmende Perspektive für die Zukunft ©G. Safarek

Wir sind überzeute Europäer! Und wir sind überzeugt, dass transnationale Projekte einen wichtugen beitrag für die Völkerverständigung und für ein neues Miteinander leisten können ©Wikipedia

03 — DIE HELDEN
Der Kampf zum Schutz des Amazon of Europe

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Pioniere: Die Vorbereitung eines großen transnationalen Projektes, wie der Amazon of Europe Bike Trail, erfordert oft eine mehrjährige Vorbereitungsphase. Eine engagierte Arbeitsgruppe aus den fünf Ländern hat sich dem von Beginn an mit viel Engagement gewidmet ©Trail Angels
Seit 1993 setzen sich NGOs für den Schutz dieser einzigartigen Landschaft der drei Flüsse in einem grenzüberschreitenden Biosphärenreservat ein. Der WWF ist seit 2000 die führende internationale Organisation bei den grenzüberschreitenden Schutzbemühungen. Öffentliche Verwaltungen, WWF und NGOs haben zusammengearbeitet, um schrittweise den Status eines grenzüberschreitenden Reservats für das so genannte Amazonasgebiet Europas zu erreichen. Als Ergebnis wird Europas größter zusammenhängender geschützter Flusskorridor (700 km, 1000.000 ha) geschaffen, indem man die folgenden Punkte verwirklicht: das weltweit erste 5-Länder UNESCO-Biosphärenreservat „Mur-Drau-Donau“ (TBR MDD) und innovative sektorübergreifende Zusammenarbeit und eine harmonisierte nachhaltige Regionalentwicklung, die auch die grenzüberschreitende Versöhnung unterstützt.

Wichtige Meilensteine in den letzten 20 Jahren haben den Grundstein für ein gut geschütztes und verwaltetes Flussökosystem gelegt. Größere Bedrohungen (Wasserkraftdämme, Regulierungsprojekte, Sedimententnahme) entlang 270 km von Mur, Drau und Donau wurden gestoppt. Es wurde eine Kette von mehr als 10 einzelnen Schutzgebieten entlang dieser Flüsse eingerichtet. Mit einer Gesamtgröße von etwa 300.000 ha bilden diese das Rückgrat des 5-Länder-Biosphärenreservats. Im Jahr 2009 unterzeichneten Kroatien und Ungarn eine Gemeinsame Erklärung zur Einrichtung der TBR MDD, gefolgt von einer 5-Länder-Ministererklärung im Jahr 2011 mit zusätzlicher Beteiligung von Österreich, Serbien und Slowenien. Beide Vereinbarungen wurden vom WWF initiiert und katalysiert. Im Jahr 2012 wurde der kroatisch-ungarische Teil des Biosphärenreservats Mur-Drau-Donau von der UNESCO anerkannt, gefolgt von dem serbischen im Jahr 2017, dem slowenischen im Jahr 2018 und dem österreichischen im Jahr 2019. Nachdem alle einzelnen Teile des Ökosystems im Jahr 2020, 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, mit Unterstützung des WWF offiziell anerkannt wurden, haben die fünf Länder die einzelnen Biosphärenreservate unter einer gemeinsamen pentalateralen Nominierung zusammengefasst, die bei der UNESCO eingereicht wurde. Die Anerkennung des weltweit ersten Biosphärenreservats mit 5 Ländern wird nun für Juni 2021 erwartet. Auf Initiative des WWF sind mehrere pentalaterale Naturschutz- und ökotouristische Projekte im Gange oder geplant und mehrere Flusswiederherstellungsprojekte werden in dem Gebiet durchgeführt.
Diese Errungenschaften bilden die Grundlage für den künftigen grenzüberschreitenden Schutz, das ökologische Management, die Wiederherstellung und die nachhaltige Entwicklung der Mur-Drau-Donau-Region. Dies wiederum führt zu einem gut bewirtschafteten und dynamischen Flussökosystem, das eine einzigartige biologische Vielfalt unterstützt und die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung verbessert. Ziel des „Amazon of Europe“ Radweges ist es, bis 2025 eine europäische Modellregion für den grenzüberschreitenden Naturschutz zu schaffen und damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Biodiversität in Europa zu leisten. Er soll als internationale Marke für Ökotourismus und als Friedensprojekt positioniert werden, das die gemeinsame Verantwortung für unser europäisches Naturerbe stärkt.
Naturschutz ist aber nur dann erfolgreich, wenn es gelingt, seine Ziele im Einklang mit einer eigenständigen, nachhaltigen regionalen Entwicklung zu bringen. Denn nur wenn der Natur- und Artenschutz vor Ort, in den meist peripheren ländlichen Regionen, einen wirtschaftlichen Nutzen nach sich zieht, werden Schutzgebiete auch von der einheimischen Bevölkerung akzeptiert und mitgetragen. Dies war dem WWF als Motor der Naturschutzbestrebungen von Beginn an klar. Und dass eines der probaten Mittel regionale Impulse zu setzen, ein nachhaltiger Tourismus ist. Arno Mohl vom WWF Österreich konfrontierte mit dieser Idee Klaus Michor, den Geschäftsführer unseres Unternehmenspartners REVITAL IB. Klaus Michor ist, verbunden durch zahlreiche Naturschutzprojekte in dieser Region, ein profounder Kenner der Potenziale und Herausforderungen entlang der Flusslandschaften von Mur, Drau und Donau. Es war seine Idee, diese ebenso einzigartige wie unentdeckte transnationale Region mittels eines Fernradweges erlebbar zu machen und schonend in Wert zu setzen. Eine Idee, die beim WWF Österreich sofort auf fruchtbaren Boden gestoßen ist und über REVITAL IB sind dann auch wir Trail Angels involviert worden. Wir haben für dieses Projekt sofort Feuer gefangen und die Investition in einen neuen Radweg um die individuelle Buchbarkeit, die Implementierung eines regionalen Buchungscenters und damit verbunden um eine ökonomische Nachhaltigkeit ergänzt.
Der Weg zum transnationalen INTERREG Projekt war jedoch noch ein langer und steiniger. Arno Mohl räumte die größten Hindernisse zur Seite und fand in ISKRIVA mit Urska Dolinar den idealen Lead-Partner für das Projekt. Und es ist Urskas Verdienst aus der Projektgruppe, dem sogenannten Steering Committee eine verschworene Einheit zu bilden. Womit wir am Ende zu den größten “Helden” gelangt sind: Eine vielschichtige Gruppe aus fünf Ländern, von verschiedensten Organisationen und mit einem gemeinsamen Ziel! Als leuchtendes Beispiel für den Europäischen Geist und als Beweis, was alles möglich ist, wenn Kooperation und Teamarbeit über Einzelinteressen und Egoismen gestellt werden.
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Klaus Michor, Geschäftsführer unseres Unternehmenspartners REVITAL IB enggagiert sich seit vielen Jahren für den Naturschutz in der Mur – Drau – Donau Region. Die Idee, mit einem Radweg den zukünftigen Biosphärenpark touritisch in Wert zu setzen, war die seine! ©Trail Angels

Der Hartnäckigkeit und Überzeugungskraft von Arno Mohl vom WWF Österreich ist es zu verdanken, dass das Projekt „Amazon of Europe Bike Trail“ bis zur Einreichung vorangetrieben wurde ©WWF

Lady Power: Diese war gefragt, als es zur konkreten und letztlich erfolgreichen Einreichung gekommen ist. Aber auch in der Folge mit viel Energie als Leadpartner das Projekt voranzutreiben war. Eine Aufgabe, die Urska Dolinar von ISKRIVA mit Leidenschaft und Kompetenz erfüllt. Hier im Bild flankiert von Vertretern mehrerer regionaler Projektpartner ©ISKRIVA
04 — DAS PROJEKT
Interreg Danube Transnational Programme

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Der Amazon of Europe Bike Trail wird Radreisenden eine einzigartige Entdeckungsreise durch die größte Flusswildnis Mitteleuropas eröffnen. Und der Region eine neue Wertschöpfung aus einem nachhaltigen Tourismusprodukt ©Amazon of Europe Bike Trail
Große Dinge können nur dann wachsen, wenn inspirierte Menschen dahinter stehen. Es war eben Arno Mohl (WWF), der das Projekt mit Hartnäckigkeit nach der langen Vorbereitungsphase weiter vorantrieb und mit ISKRIVA einen geradezu idealen Lead-Partner gefunden hat. Und es war Urska Dolinar von ISKRIVA, die mit Konsequenz die professionelle Einreichung des „Amazon of Europe Bike Trails“ im INTERREG Danube Transnational Programme koordinierte und leitete. Eine Mammutaufgabe, 15 Projektpartner (die assoziierten Partner gar nicht mitgerechnet) aus 5 verschiedenen Staaten unter einen Hut zu bringen. Und schlussendlich mit der Förderzusage gekrönt wurde. Die Trail Angels haben sich recht schnell entschlossen, als offizieller Projektpartner und Work Package Leader einzusteigen, denn wir waren von Anfang an vom Projekt überzeugt und von der Region und ihren unentdeckten Potenzialen begeistert.
Die Zielsetzung des Projektes war von Anfang an klar und bildete auch eine Grundvoraussetzung für unser Engagement: Hier soll mehr als „nur“ ein weiterer Radweg entstehen, sondern sich mittels eines nachhaltig bewirtschafteten Leuchtturmprojektes eine neue Destination entwickeln. Eine Vision, die von uns Trail Angels immer konsequent vertreten und am Anfang, insbesondere bei den regionalen Partnern, besonders erklärungsbedürftig war.

Heute, mehr als zwei Jahre nach dem offiziellen Projektstart, herrscht in der Projektgruppe ein großer Konsens über die definierten Ziele und das Vertrauen, welches den Trail Angels und ihrer Arbeit entgegengebracht wird, ist für uns eine großer Anerkennung. Wiewohl wir insbesondere strategisch in allen Arbeitspaketen intensiv involviert sind, fokussiert sich unsere Tätigkeit auf das Work-Package „Produktentwicklung“ mit den folgenden Schwerpunkten:

  • Entwicklung eines individuell und online buchbaren Etappenradweges (inzwischen sind daraus zwei Routen – eine „Nord-„ und eine „Südroute“ geworden)
  • Implementierung des Produktes in unser Trail- Info-, Buchungs- und Managementsystem
  • Information und Schulung der regionalen Leistungspartner mit dem Ziel einer fairen Partizipation am Trail-Geschäftsmodell
  • Design- und Entwicklung eines langfristig ausgelegten transnationalen Organisationsmodells
  • Design-, Aufbau- und Schulung eines regionalen Buchungscenters für die Bewirtschaftung des Bike-Trails
  • Entwicklung und Initialisierung von Vertriebsmaßnahmen (insbesondere Kooperation mit Spezialreiseveranstaltern)

Die Arbeit an einem transnationalen Projekt dieser Größe ist ebenso herausf0rdernd wie inspirierend. Dabei obliegt es dem guten Willen, dem Engagement und dem gewachsenen Vertrauen aller Partner, in welche Richtung sich das Projekt entwickelt. Dem Leadpartner ISKRIVA ist es dabei gelungen, eine leistungsfähige Projektstruktur aufzubauen, in der alle Partner ihren Platz gefunden haben: Während die regionalen Partner für die Umsetzung vor Ort verantwortlich zeichnen, hat ein hervorragendes fachliches Team an Projektpartnern ein wahrlich einzigartiges Trail-Projekt geschaffen:

  • ISKRIVA: Leadpartner und für Marketing und Kommunikation verantwortlich
  • WWF Österreich: naturorientierte Besucherlenkung und Trail-Infrastruktur (mit unserem Unternehmenspartner Revital Ib als Hauptauftragnehmer)
  • West Pannon: Routen-Detailplanung
  • WWF Adria: Valorisierungsprogramm und Kooperation mit den Schutzgebieten

Wenngleich die Corona-Pandemie den Projektfortschritt etwas verlangsamt hat: Mit dem Amazon of Europe Bike Trail steht ein nachhaltiges, transnationales Tourismusprodukt, welches auch im mächtigen Danube Förderprogramm inzwischen eine herausragende Stellung einnimmt.

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Erfahrung weiter geben: Der Wirt vom Herkuleshof am Alpe-Adria-Trail berichtet der Amazon of Europe Bike Trail Projektgruppe von seinen Erfahrungen mit einem erfolgreichen Trail Produkt ©Trail Angels
Die Arbeitstreffen des Amazon of Europe Bike Trail Steuerungskomitees (S-COM) werden immer mit Exkursionen verbunden: So wächst die Kenntnis und Identifikation mit dem Produkt ©Amazon of Europe Bike Trail
Das Amazon of Europe Bike Trail Projekt hat von Beginn an eine große Aufmerksamkeit in der Projektregion erregt. Im Bild: TV-Berichterstattung beim S-COM Meeting in Nagyatad/Ungarn ©Trail Angels
Fünf Länder, zwei Radwege (eine Nord- und eine Südroute), ein Schutzgebiet: Das Projekt „Amazon of Europe Bike Trail“ ©Amazon of Europe Bike Trail
Sensible Sichtbarmachung: Mittels eines modernen Designs, aber immer auf Basis einer naturorientierten Besucherlenkung, wird der Amazon of Europe Bike Trail sichtbar und erlebbar gemacht ©REVITAL IB
Für den neuen Radweg wird auch die traditionelle Infrastruktur, wie Flußmühlen und Fähren integriert und genutzt. So wird auch ein wertvoller Beitrag zur Erhaltung des kulturellen Erbes geleistet ©Amazon of Europe Bike Trail
05 — DIE WIRKUNG
Eine Destination entsteht

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Die eigenen Schätze erkennen, diese wertschätzen und letztendlich sehr behutsam nutzen. Das ist die Mission für den Amazon of Europe Bike Trail. Mit dieser Mission wird es gelingen diese einzigartige Region entlang von Mur, Drau und Donau zu einem internationalen Leuchtturm für nachhaltigen Tourismus zu entwickeln ©G. Safarek
Gewiss, der „Amazon of Europe Bike Trail“ ist ein „Work in progress“ Projekt und noch nicht einmal eröffnet. Wie kann er dann in der „Hall of Fame“ landen? Ganz einfach, weil er schon während der Projektphase außergewöhnliche Wirkungen entfaltet hat. Wirkungen, die sich mit den folgenden Schlagwörtern ganz einfach umschreiben und gerne auch beschreiben lassen: „Zusammenwachsen“, „Perspektive wechseln“, „Fähigkeiten aufbauen“ und „Auf Langfristigkeit setzen“.
Zusammenwachsen
Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell die Projektgruppe, im Förderchinesisch „Steering Committee“ genannt, zusammengewachsen ist. Bei all den Herausforderungen, die ein großes transnationales Projekt mit sich bringt, lohnt sich diese – wenn die Zusammenarbeit ernst genommen wird – allemal. Der „Amazon of Europe Bike Trail“ ist ein Musterbeispiel wie der europäische Geist die Last des Nationalismus und seiner, gerade in dieser Region so schwierigen Vergangenheit, überwinden kann. Unsere Botschaft an die regionalen Partner in den Workshops lautet immer: Euer Gast der Zukunft wird die Naturschönheiten und die kulturelle Vielfalt lieben. Und er wird EIN Produkt in EINER Destination buchen und erleben wollen. Diesen Geist der Kooperation will er spüren und wir sind mit dem Projekt am besten Weg dorthin.

Perspektive wechseln
Die einzigartige Flusswildnis entlang von Mur, Drau und Donau im Fünf Länder Biosphärenpark bildet das größte Potenzial dieser vielerorts strukturschwachen Region. Dieses Potenzial mit einem Produkt des nachhaltigen Tourismus schonend und im Einklang mit der Natur in Wert zu setzen, hat für viele Stake Holder einen Perspektivenwechsel ausgelöst. Der ungläubigen Skepsis ist inzwischen eine optimistische Zuversicht gewichen, dass Naturschutz gepaart mit einem professionellen, wertschöpfenden nachhaltigen Tourismus eine Zukunftschance für diese Regionen darstellen kann. Und dass mit dem einzigartigen „Valorisierungsprogramm“ der Naturschutz einen direkten Nutzen aus dem Tourismus ziehen kann.
Fähigkeiten aufbauen
Anfangs ist unser Modell „The way beyond“ für einen professionellen nachhaltigen Tourismus auf den so einzigartigen charmanten Pragmatismus des Balkans gestoßen. Heute sind sich alle bewusst, dass ein Geschäftsmodell für nachhaltigen Tourismus, welches international bestehen will, so stark ist, wie sein schwächstes Glied. So nehmen aktuell die Implementierung eines tragfähigen transnationalen Organisationsmodells, die Qualifizierung der regionalen Leistungspartner und der Aufbau eines professionellen regionalen Buchungscenters einen großen Raum unserer gemeinsamen Anstrengungen ein.
Auf Langfristigkeit setzen
Der Amazon of Europe Bike Trail ist auf Langfristigkeit ausgerichtet. Er soll den Impuls für das weitere Zusammenwachsen der transnationalen Destination bilden und diese auf der Europalandkarte als Leuchtturm einer nachhaltigen Tourismusdestination positionieren. Mit der Genehmigung des Folgeprojektes „Amazing Amazon“ ist dazu bereits ein weiterer großer und wichtiger Schritt gelungen.
Es passiert also laufend etwas Gutes in der Amazon of Europe Region! Überzeugt Euch davon mittels unserer Updates und „Impact Stories“ hier in der „Hall of Fame“, wo der „Amazon of Europe Bike Trail“ schon jetzt mehr als gut aufgehoben ist.
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Mehr als Lippenbekenntnisse: Mit der Nominierung des weltweit ersten Fünf Länder UNESCO Biosphärenparks hat die Politik in der Region eine erstaunliche Weitsicht bewiesen. Der Amazon of Europe Bike Trail stellt einen weiteren, wichtigen Baustein für die Zukunft der Region dar. Im Bild: Besuch einer hochrangigen ungarischen Delegation beim S-COM Meeeting in Nagyatad/Ungarn ©Trail Angels

Nie nachlassende Begeisterung für das gemeinsame Ziel: Nein im Gegenteil, die Arbeitsgruppe bei den S-COM Meetings wurde immer größer! Im Bild: S-COM Meeting in Bad Radkersburg ©Trail Angels

Impact Stories
So wirken unsere Projekte!
06 — DIE VISION
Die europäische Destination für nachhaltigen Tourismus

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Amazon of Europe Bike Trail: Der Beginn eines langen Weges in Richtung einer transnationalen, grünen Tourismusdestination ©Amazon of Europe Bike Trail

Wie sieht nun unsere Vision für den Amazon of Europe Bike Trail aus?
Blicken wir dafür ins Jahr 2030!

Der Amazon of Europe Bike Trail war der entscheidende Impuls! Sein Story Board, entlang dreier grandioser Flüsse mit ihrer weitgehend unberührten uferbegleitenden Wildnis, durch fünf verschiedene Länder zu radeln, dabei von einem professionellen Buchungscenter serviciert zu werden und gleichzeitig mit der Reise etwas Gutes zu tun, hat den Bike Trail zu einem schnellen wie dauerhaften Erfolg geführt. Mit dem ausbalanciert nachhaltigen Design des Geschäftsmodells leistet der Bike Trail seit nunmehr einem Jahrzehnt einen wichtigen und vor allem messbaren Beitrag für die regionale Wertschöpfung und hat den Unternehmergeist und die Innovationskraft in der Region gestärkt. Im nachhinein betrachtet war es eigentlich sonnenklar: Auf so ein Produkt hat der Markt nur gewartet! So nah und doch so fern, den Zauber des Unentdeckten, Unbekannten und Unberührten mit einem leichten Produktzugang und Services von internationaler Qualität zu verbinden, hat die Sehnsucht vieler naturbegeisterter und erlebnisorientierter Menschen in den DACH-Ländern und darüber hinaus erfüllt.

Doch damit nicht genug! Der Geist des Amazon of Europe Bike Trails ist auf die gesamte Destination übergesprungen. Mit Hilfe des Folgeprojektes „Amazing Amazon“ und vieler weiterer Initiativen konnte ein leistungsfähiges Netzwerk für nachhaltigen Tourismus geschaffen werden. Zu diesem gehören Weitwanderwege, Flusserlebnisse und Kulturprogramme genauso wie das Netzwerk regionaler Leistungspartner, die sich allesamt einem verantwortungsvollen Tourismus im Einklang mit dem Naturraum des „Fünf Länder Biosphärenparks“ verschrieben haben. Koordiniert und geleitet von einer umsichtigen und verantwortungsbewussten transnationalen Organisationseinheit und bewirtschaftet von einem professionellen und inspirierten Buchungscenter.

2030 sind die nationalen Grenzen in der Tourismusdestination „Amazon of Europe“ genauso verschwunden, wie sie im Naturraum des Biosphärenparks verschwunden sind. „Amazon of Europe“ ist zu einer einzigartigen transnationalen Tourismusdestination zusammengewachsen, die sich mit all ihren Stärken als eines der begehrenswertesten Ziele für nachhaltiges Reisen in Europa positioniert hat. Und als DAS herausragende Beispiel, wie mittels eines intelligenten Geschäftsmodells der Natur- und Artenschutz einen direkten Nutzen aus dem Tourismus ziehen kann. So ist 2030 die Marke „Amazon of Europe“ mit der markanten „Kingfisher“ Signatur zum international anerkannten Symbol für eine ausgefüllte Partnerschaft aus Tourismus, Naturschutz und regionaler Integration geworden.

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Bildtext

»Das Projekt Amazon of Europe Bike Trail birgt einzigartige Möglichkeiten. Getragen vom Europäischen Geist kann sich in dieser Fünfländer Region eine Tourismusdestination entwickeln, die das Potenzial in sich birgt, ein Vorbild für ganz Europa zu werden. Hinsichtlich transnationaler Zusammenarbeit, Erlebniswert und Nachhaltigkeit.«

Trail Angels

Dieser Beitrag wurde verfasst von: Emőke Györfi; Günter Mussnig

mehr über den
Amazon of Europe Bike Trail
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