Luchs Trail

Durch Österreichs wilde Mitte

Wie ein Wegwanderweg binnen weniger Jahre zu einem Signaturprodukt für eine Region, die sich über drei Bundesländer estreckt, werden kann: Mit einem faszinierenden Drehbuch, innovativem Marketing und eine vertrauensvollen Partnerschaft aus Tourismusdestinationen, Schutzgebieten und den Trail Angels.

Ausgezeichnet für

Vorbildhafte Partnerschaft von Naturschutz und Tourismus; ausbalancierte ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit

Aufgenommen im Jahr

2020

Destination

Österreich

Produkt

Fair Trails Experiences: Wildlife- & Nature Conservation Trekking

Partner

ARGE Luchs Trail: Nationalpark Kalkalpen; Nationalpark Gesäuse; Wildnisgebiet Dürrenstein; Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen; Tourismusverband Nationalparkregion Ennstal; Urlaubsregion Pyhrn-Priel; Tourismusverband Gesäuse; Mostviertel Tourismus GmbH;

Link

www.luchstrail.at

01 — DER MYTHOS

Die Wiederentdeckung
des Wilden

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Wandern in der Gegenwart des Wunderbaren: Am Luchs Trail wird man den Luchs zwar nur höchst selten zu Gesicht bekommen, aber Schritt für Schritt seine Gegenwart spüren. ©TVB Gesäuse/Mauthner

„Es ist gar nicht entscheidend, ob man auf eine Fährte stößt oder den Luchs gar sehen darf. Er ist ohnehin immer da:
Er zeigt sich in der Wildnis der Wälder. Er ist ihr Sinnbild“

Christina Geier

Geografische Bezeichnungen wie „Hintergebirge“ oder „Tamischbach“ (tamisch = wild) weisen darauf hin: rund ums Dreiländereck in Österreichs Mitte, zwischen Oberösterreich, der Steiermark und Niederösterreich, hat die Natur das Sagen. Frei von städtischen Strukturen hat das Gebiet einen urtümlicheren Charakter erhalten als andere Regionen in Mitteleuropa. Österreichweit handelt es sich dabei überhaupt um das größte naturnahe Waldgebiet, sogar Urwaldflächen findet man hier noch – und mit den Buchenwäldern der Schutzgebiete auch das einzige UNESCO-Weltnaturerbe Österreichs.
Naturwald, wilde Tiere und Wildnis: was einst weit verbreitet war und eine Bedrohung für die Menschen darstellte, ist mittlerweile zum seltenen Kleinod geworden. So selten, dass man es vehement schützen muss. So sind die drei Schutzgebiete entstanden, das Wildnisgebiet Dürrenstein und die Nationalparks Kalkalpen und Gesäuse.

Das alles klingt nach einem passenden „Wohnzimmer“ für Luchse. Vor über 100 Jahren wurden die Luchse in Österreich allesamt ausgerottet. Heute sind sie wieder zurück. Der Luchs ist wieder da und fühlt sich wohl. Es ist für ihn hier lebenswert, wogegen in vielen anderen Gebieten sein Lebensraum durch Eingriffe der Menschen verschwunden ist.
Luchse sind Wildtiere, jeder Tag wird zur Überlebensfrage und zur Herausforderung. Ein bisschen was davon sollen auch die Wanderer spüren, so sind die Etappen keine Spaziergänge, sondern anspruchsvolle Wanderungen. Auch die Aufgabe der Schutzgebiete betreffend Luchse ist eine große Herausforderung: damit der Luchs hier langfristig überleben kann, ist die kleine Population nicht nur zu sichern, sondern eine Ausweitung auf umliegende Gebiete und die Verbindung zu Populationen im Norden Österreich und den südlichen Nachbarländern sind ein Gebot der Stunde.
Wir Mensch kommen aus der Wildnis, eine unsichtbares Band zu ihr wurde nie ganz durchtrennt. Heute leben wir weitgehend abgeschirmt von der Natur in Städten und dichten Siedlungsräumen. Die Bedrohung durch Wildnis ist verschwunden und – die Sehnsucht nach ihr stellt sich ein.
So bietet der Luchs Trail eine besondere Wildniserfahrung im Nationalpark Kalkalpen, im Nationalpark Gesäuse und im Wildnisgebiet Dürrenstein. Aber auch dazwischen werden kleinere „wilde“ Gebiete durchquert, wie z.B. auf Etappe 8 das Trittsteinbiotop Steinwald.
Auch wenn der Wanderer den geheimnisvollen Luchs nicht leibhaftig zu Gesicht bekommen mag: seine Gegenwart ist stets spürbar. Im Rascheln der dicken Baumkronen, im Knacken des Holzes und im bewegten Geröll steiler Flächen. Der Luchs Trail als eine Art Snow Leopard Trail in Europa, als Sinnbild der Wildnis und Sehnsuchtsort.
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Fühlt sich in „Österreichs wilder Mitte“ mit all seinen Schutzgebieten und dem UNESCO Weltnaturerbe wohl: Der Namensgeber dieses Hall of Famers, der Luchs ©Nationalpark Kalkalpen

Wildes Wasser und steiler Fels – der Nationalpark Gesäuse ist eines der drei großen Schutzgebiete, welches der Luchs Trail verbindet ©TVB Gesäuse

Von Natur aus wild: Ein beeindruckender Abschnitt des Luchs Trails führt entlang der Bergurwälder im Wildnisgebiet Dürrenstein ©Wildnisgebiet Dürrenstein

Natur so weit das Auge reicht: Das Reichraminger Hintergebirge im Nationalpark Kalkalpen bildet den würdigen auftakt für die Wanderresie am Luchs Trail ©Nationalpark Kalkalpen

02 — DIE GEFAHR

Gefährdet
und bedroht

02

Vor langer Zeit ausgerottet, mit viel Engagement wieder eingeführt und dennoch in seinem Bestand gefährdet: Der Luchs. Der Umgang mit dieser faszinierenden Wildkatze ist eine Messlatte für unsere Gesellschaft im Umgang mit unserem Naturerbe ©Nationalpark Kalkalpen

Im 19. Jahrhundert wurde der „letzte“ Luchs in Österreich erlegt. Danach wurde es lange Zeit still um dieses Tier. Wirtschaftskrisen, Industrialisierung, Weltkriege und die Zeit des „Wirtschaftswunders“. Das Interesse an der Natur beschränkte sich auf die Ausbeutung ihrer Ressourcen. Während die Städte wuchsen und Autobahnen immer stärker das Staatsgebiet zerschnitten, schnupperten nur selten einzelne Luchse über die Grenzen nach Österreich. Denn dort, wo es noch Luchse gab, in den östlichen und südöstlichen Nachbarländern stellte der eiserne Vorhang auch für Wildtiere ein kaum überwindbares Hindernis dar.

Auch das Gebiet des Luchs Trails war im 20. Jahrhundert einer starken Veränderung unterworfen. Aus der geschäftigen „Eisenwurzen“, einer kleinstrukturierten Eisenverarbeitungsregion von ehemals internationaler Bedeutung, siedelten die Verarbeitungsbetriebe nach Norden und Süden in leichter erreichbare Gebiete ab. Mit dem Verlust der Arbeitsplätze entvölkerte sich die Region zusehends und zugleich sank der Nutzungsdruck auf die Wälder.


Die weitere gesellschaftliche Entwicklung hat dazu geführt, dass bis heute ein Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen ist. Die Berufsmöglichkeiten für junge Menschen sind nicht rosig, oder zumindest nicht vergleichbar mit dem, was Städte zu bieten haben. Mit der Abwanderung sinkt die Wertschöpfung, eine Spirale nach unten. Eine touristische Belebung tut der Region gut und das Weitwandern stellt dabei die sanfteste Komponente im Sinne eines naturverträglichen Tourismus dar.

Während es ruhig um die Eisenwurzen wurde, wurde es auch ruhig in den Wäldern und ein möglicher Lebensraum für Luchse begann sich zu entwickeln. Mittels zaghafter natürlicher Zuwanderung und einer Bestandesstützung (Freilassung von Wildfängen aus benachbarten Ländern) konnte sich auch wirklich eine kleine Population von Luchsen entwickeln. Wie für die Jugendlichen, so ist auch die Aussicht für die Luchse in der Region alles andere als rosig. Luchse nehmen schon von Natur aus nur langsam Besitz von neuen Lebensräumen, ihr Expansionsverhalten ist nicht so erfolgreich wie z.B. bei Wölfen. Vom Gesetz her streng geschützt, kämpfen die Luchse mit großen Hindernissen. Zu nennen sind der fehlende genetische Austausch mit anderen Populationen, Todesfälle durch den Straßenverkehr und leider auch illegaler Abschuss (Wilderei).

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Hier dominiert die Natur über den Menschen: Wiewohl gerade das Bergsteigerdorf Johnsbach vom Revival des Natur- und Alpintourismus profitiert, stellt die Landflucht, insbesondere die Abwanderung der Jungen eine große Herausforderung für Österreichs wilde Mitte dar ©Trail Angels

Aus Totholz kann neues Leben entstehen. Durchaus symbolhaft für die Chancen, die der nachhaltigen Tourismus gerade für periphere ländliche Regionen eröffnet ©Nationalpark Kalkalpen

03 — DIE HELDEN

Kämpfen für die Luchse

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Die ARGE Luchs Trail: Ein besonders inspirierendes Beispiel für die gelebte Partnerschaft aus Schutzgebeten und Tourismusorganisationen ©Trail Angels
Dass wieder Luchse durch die wilde Mitte Österreichs streifen, ist vor allem dem Nationalpark Kalkalpen zu verdanken. Dem ehemaligen Nationalparkdirektor Erich Mayrhofer war das Luchsprojekt ein wichtiges persönliches Anliegen. Auch ist es ihm gelungen mit der LUKA (Luchsgruppe Kalkalpen) die relevanten Stakeholder, einschließlich die Jägerschaft, an einen Tisch zu bringen. Auch ist seiner Hartnäckigkeit zu schulden, dass zwei Fälle von Wilderei ausgeforscht und die Täter zu Strafen verurteilt wurden.
Um die Feldarbeit, also die Arbeit unmittelbar mit den Luchsen, insbesondere das Monitoring, kümmert sich im Nationalpark Kalkalpen Christian Fuxjäger, mittlerweile ein Experte was Habitat und Lebensweise der Luchse betrifft. Sein Wissen gibt er auch Besuchern bei Führungen am Luchs Trail weiter. Zumindest an jene, die einen der wenigen Plätze ergattern.

Vom Steirischen Alpenverein kam die Idee, die Bergsteigerdörfer Johnsbach und Lunz am See durch einen Wanderweg zu verbinden und Herbert Wölger, Direktor des Nationalpark Gesäuse, hat diese Idee aufgegriffen und eine Möglichkeit gesehen, einen solchen Weg auch für die Öffentlichkeitsarbeit im ökologischen Verbund einzusetzen. Somit schlug 2014 die Geburtsstunde für den „Naturwaldweg“, einen Weitwanderweg von Johnsbach nach Lunz und im Bogen über den Nationalpark Kalkalpen wieder zurück nach Johnsbach ins Gesäuse.
Das aus dem Naturwaldweg schließlich ein so großartiges Projekt im Namen der Luchse wurde, ist dem zufälligen Zusammentreffen von Herbert Wölger mit Günter Mussnig von den Trail Angels zu verdanken. Ohne Günter Mussnigs professionelle Unterstützung und sein Knowhow wäre der Trail wohl niemals in dieser erfolgreichen Form realisiert worden. Die zweite Erfolgskomponente des Luchs Trails heißt Kooperation. Formell in der ARGE Luchs Trail gebündelt, haben die drei genannten Schutzgebiete mit dem Natur- und Geopark Steirischen Eisenwurzen, sowie den touristischen Verbänden in der Region das Projekt 2019 erfolgreich ins Leben gerufen.
Das wichtigste Element zur Sicherung der Luchspopulation ist die Kommunikation. Ohne positive oder zumindest neutrale Stimmung in der Bevölkerung ist der Artenschutz von Beutegreifern nicht Erfolg versprechend. Franz Sieghartsleitner, Kommunikationsleiter im Nationalpark Kalkalpen, setzt sich nimmermüde für die Luchse ein. Er hat auch einen Wanderführer zum Luchs Trail verfasst, der neben den wandertechnischen Details ganz besonders auf den Artenschutz eingeht.
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Oben: von seiner Expertise und seinen Vorarbeiten über die Eisenwurzen Region hat der Luchs Trail immens profitiert: Franz Sieghartsleitner vom Nationalpark Kalkalpen ©Nationalpark Kalkalpen

Links: Der „Vater“ des Luchs Trails und Vorsitzender der ARGE Luchs Trail: Herbert Wölger, im „Hauptberuf“ Geschäftsführer des Nationalparks Gesäuse ©Nationalpark Gesäuse

04 — DAS PROJEKT

Naturschutz und Tourismus, keine Alltäglichkeit

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Die Sichtbarmachung eines Erfolgsprodukte: Das Etappensymbol für den Luchs Trail, hier am Gstatterboden im Nationalpark Gesäuse ©Nationalpark Gesäuse

„Gehen ist unendlich einfach. Es belebt die Gedanken und bringt stockende Gedankengänge wieder in Fluss. Die Bewegung des Körpers löst unheimlich viel geistige Bewegung aus.“

Christian Hlade

Am Anfang steht eigentlich die seit 1995 rechtsverbindliche Alpenkonvention. Diese verpflichtet die Mitgliedsstaaten zur Einrichtung des Ökologischen Verbundes. Die Nationalparks Kalkalpen und Gesäuse, das Wildnisgebiet Dürrenstein und das dazwischenliegende Gebiet ist von der Alpenkonvention als Pilotregion für die ökologische Vernetzung im Alpenraum ausgezeichnet worden und ab 2008 wurden dazu zwei Projekte umgesetzt. Als Teilprojekt wurde 2014 der Naturwaldweg entwickelt und ohne allzu viel Engagement präsentiert. Der Weg hatte Potential, es fehlte an breiter Unterstützung und Bewerbung, aber vor allem, wie später klar werden sollte, an einer emotionalen „Story“.
Die erste Aufgabe galt der Suche nach Partnern, um den Naturwaldweg zu beleben. Erfreulicherweise zeigten alle Schutzgebiete und touristischen Organisationen eine aufkeimende Begeisterung. Für die Vertreter des Tourismus war wohl ausschlaggebend, dass Weitwandern inzwischen den Puls der Zeit traf. Somit schlug die Gründungsstunde für eine Arbeitsgemeinschaft, die später dann ARGE Luchs Trail getauft wurde. Die erste Aktion der Arbeitsgemeinschaft war eine Machbarkeitsstudie, an deren Ende ein weitgehend umsetzungsfertiges Projektlayout stand. Diese Studie wurde nicht von Beratern am Schreibtisch geschrieben, sondern gemeinsam von der ARGE erarbeitet. Für die begleitende Beratung wurden nach einem Auswahlverfahren die Trail Angels engagiert.


Mit dem Thema Luchs war bald eine schlagkräftige Story gefunden, die von Seiten des Naturschutzes wie auch des Tourismus volle Unterstützung fand. „Wandern durch das Habitat des Luchses. Man mag ihn nicht sehen, aber seine Präsenz ist spürbar.“ Und wenn von der Öffentlichkeitsarbeit die Rede ist, so war sie es, die für den Luchs Trail Pate stand.
Der Naturwaldweg war ein Rundwanderweg mit dem Nachteil, kein eindeutiges Ziel zu haben. Also wurden zwei Tagesetappen aus dem Ring entfernt, damit gab es einen Start und ein Ziel. Die Tagesetappen galt es noch bezüglich Länge, Schwierigkeit und Übernachtungsmöglichkeiten zu optimieren. Bisher nicht offiziell als Wanderwege benutzte Wege wurden gemieden, der Trail folgt markierten Wanderwegen und wurde zusätzlich gekennzeichnet (was sich als notwendig herausgestellt hat).
Die gute Story sollte von eindrücklichen Bildern gestärkt werden, ein charakteristisches „Bild“ vom Luchs Trail wurde geformt. Dazu gehört ein einheitliches CI (Logo, Schriften, Farbe) und ganz besonders eine durchgehend verwendete Fotosprache und die gemeinsame Festlegung weniger Key-Visuals. Schließlich wurde nicht das vorhandene Sammelsurium von Landschaftsfotos verwendet, sondern ein Fotograf verpflichtet, gemäß engen Vorgaben den gesamten Trail abzulichten.
Ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes war von Anfang an seine Buchbarkeit. Jede Nacht woanders zu schlafen bedeutet – gerade bei begrenzten Kapazitäten an mehreren Etappen – hohen Organisationsaufwand für die Reservierung der Unterkünfte. Wer das nicht auf sich nehmen möchte und wem auch die Frage des Gepäcks, respektive Rucksackgewichtes zu schaffen macht, sollte die Möglichkeit haben, über ein Buchungscenter zu buchen, den administrativen Buchungsaufwand „auszulagern“ und zusätzliche Services wie Gepäckstransport in Anspruch zu nehmen.
Die Entwicklung des Konzeptes, die Umsetzung, sowie die Bewerbung kosten Geld. Weder die Naturschutzgebiete, noch die Tourismusverbände verfügten über ausreichende Budgets. Als Abhilfe wurden verschiedene LEADER-Förderungen in Anspruch genommen und die Vorfinanzierung sowie alle notwendigen Eigenmittel haben die Partner gemeinsam aufgebracht. Nachdem wenig Geld für Werbung zur Verfügung stand, wurde dieses sehr gezielt eingesetzt, nämlich fast ausschließlich für Social Media (Facebook). Die Story ist im Übrigen stark genug, sodass Printmedien gerne redaktionell über den Luchs Trail berichten.
Über die Öffentlichkeitsarbeit hinaus gibt es aber auch weitere direkte Verbindungen zum Luchs und seinem Schutz. So wurde nach drei Jahren eine IMPACT Fee (Naturschutzbeitrag) eingeführt, den das Buchungscenter an ein definiertes Schutzprojekt für den Luchs abführt.
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Trails zwingen in jedem Fall zur Zusammenarbeit. Wer jedoch gerne kooperiert, dem macht die Arbeit umso mehr Spaß und das Projekt wird zudem auch Erfolg haben! Die Leistungspartner entlang der 11 Etappen am Luchs Trail ©ARGE Luchs Trail
Die Bildsprache für den Luchs Trail hat geradezu ein eigenes Lebensgefühl kreiert. Wild, ausgesetzt, nah an der Natur und stets mit dem Luchs Trail Häferl unterwegs, das inzwischen zum Erkennungszeichen aller „Luchs Trailer“ geworden ist ©ARGE Luchs Trail/Mauthner
Wiewohl die unberührte Natur beim Luchs Trail im Vordergrund steht, können auch herausragende kulturelle Angebote wie die Stiftsbibliothek in Admont dazugebucht werden ©TVB Gesäuse/Leitner
Das neue „Haus der Wildnis“ in Lunz am See befindet sich kurz vor der Fertigstellung und bildet fortan ein mehr als würdiges Ziel für den Luchs Trail! ©TVB Lunz am See
Naturwunder sonder Zahl! So führt der Luchs Trail recht nahe an der Kraushöhle, der größten Gipfshöhle Mitteleuropas, beim GeoDorf Gams vorbei ©Naturpark Steirische Eisenwurzen

Großes Finale: Am malerischen Obersee ist es nicht mehr weit zum Endpunkt des Luchs Trails, Lunz am See. ©TVB Lunz am See

05 — DIE WIRKUNG

… überwältigend

05

Peripher gelegene touristische Klein-und Familienunternehmen gaben in einer Umfrage an, bereits in der ersten Saison des Luchs Trails eine Umsatzsteigerung durch das Buchungscenter als auch durch selbst-organisierte Wanderer verzeichnet zu haben.
Mediale Aufmerksamkeit für den Luchs und die Region
Wandern, Weitwandern, Sehnsucht nach Wildnis, Artenschutz, Luchs: das Thema am Luchs Trail trifft in mehrerlei Hinsicht den Puls der Zeit. Kein Wunder also, dass das Medienecho für die periphere Region gewaltig war. Tageszeitungen und Fachmagazine in ganz Europa berichteten über den Luchs Trail, für den deutschen „Spiegel“ war er unter den 10 besten neuen Weitwanderwegen ganz vorne gereiht.
Sichtbarkeit
Durch den stringenten visuellen Auftritt, der sich auch in der Beschilderung des Weges fortsetzt und von A bis Z einheitlich ist, konnte trotz kleinem Budget die Aufmerksamkeit geweckt werden. Das geht soweit, dass Bewohner der Region verstärkt einzelne Abschnitte gehen, in der Hoffnung, das seltene Tier zu sehen.

Wertschöpfung
Die Hoffnung, den kleinen Familienbetrieben entlang des Trails zusätzliche Wertschöpfung zu bringen, hat sich erfüllt. Bereits im ersten Jahr haben bei einer Umfrage die Betriebe angegeben, die neuen Wanderer deutlich im Umsatz zu spüren. Der Umsatz übers Buchungsbüro war im ersten Jahr beachtlich und die Anzahl der selbstorganisierten Wanderer ist nach Einschätzung der Beherberger noch deutlich höher. Erfreulicherweise beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer am Trail eine Woche und ist damit länger als erwartet.
Zusammenarbeit
Nationalparks und Tourismus heißt ein Positionspapier von Nationalparks Austria in dem dargelegt wird, wie sich die Nationalparks eine Zusammenarbeit mit der Tourismuswirtschaft zum beiderseitigen Vorteil (Tourismus und Naturschutz) vorstellen. Das Projekt Luchs Trail entspricht in allen Punkten dieser Vorgabe. Die Zusammenarbeit zwischen den touristischen Verbänden und den Schutzgebieten hat durch das Projekt gewonnen, wurde vertieft und harrt weiterer gemeinsamer Projekte, die noch kommen werden.
Buchungscenter
Die Verkaufsrechte wurden an ein einziges Reisebüro abgetreten, die Trail Angels sind alleiniger Reisebüro-Partner der ARGE und fungieren als „Einzel- und als Großhändler“ in Form eines zentrales Buchungscenters. Grund dafür ist ihr überzeugendes Konzept, das einfache Buchungstool im WWW und nicht zuletzt – das persönliche Vertrauensverhältnis, das in der Projektierungsphase aufgebaut wurde.
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Das Medienecho fiel von Anfang an in Bezug auf Reichweite (hier Frankreich & Deutschland) und Kritik sehr erfreulich aus.
Oben: Angekommen! Der Luchs Trail ist in der gesamten Region spür- und sichtbar und eigentlich aus ihr nicht mehr wegzudenken. Auch, weil bei ihm alle Faktoren den Puls der Zeit treffen! ©ARGE Luchs Trail

Links: Auch renommierte Spezialreiseveranstalter wie Weltweitwandern haben den Luchs Trail bereits in ihr Portfolio aufgenommen und nehmen dafür die Dienste des Luchs Trail Buchungscenters in Anspruch ©Weltweitwandern

Oben: Für die Servicierung der Gäste und für einen umweltschonenden Mobilitätsservice spielen die Mobilitätsdienste der Tourismusregionen und das Luchs Trail Buchungscenter perfekt zusammen ©TVB Gesäuse

Links: Das offizielle Luchs Trail Info & Buchungscenter, betrieben von den Trail Angels, trägt zur Wertschöpfung für die Kleinbetriebe in den peripheren Regionen bei ©Trail Angels

Impact Stories

So wirken unsere Projekte!

06 — DIE VISION

Nachhaltiger Tourismus im Einklang mit der Natur.

06

Natürlich steht die Zukunft noch in den Sternen geschrieben. Aber wir glauben fest an unsere Visionen und scheuen nicht sie auszusprechen. ©TVB Gesäuse/Leitner

Wie sieht nun unsere Vision für den Luchs Trail aus?
Blicken wir dafür ins Jahr 2030!

Die Wanderer
Wandern am Luchs Trail vermittelt ein – in seiner Stille – großartiges Naturerlebnis. Die Wanderer sind – wie heute – über große Strecken allein am Trail und freuen sich ungemindert an der Wildnis. An den Etappen treffen sie sich und tauschen Ihre Erlebnisse aus. Wie die Muschel am Jakobsweg, erkennen sie sich gegenseitig an einem Trinkgefäß, dem Luchs Trail Häferl. Man ist unter sich, eine Luchs Trail Community. Meist ist es das Ziel, alle Etappen bei einem oder maximal zwei Aufenthalten zu bewältigen. Besonders schöne Etappen und manchmal auch Regenwetter auf Teilstrecken laden zum Wiederkommen ein.
Der Betrieb (Gaststätte, Beherberger)
Ohne die Luchs Trail Wanderer ist der Sommer nicht mehr vorstellbar. Einige Gäste verbringen später auch eine Urlaubswoche in der Lieblingsetappe. Die Betriebe haben sich thematisch auf das Klientel eingestellt, sichtbar an Dekoration und Information zum Thema Luchs, Wildnis und ökologische Vernetzung an.
Trail Angels, das exklusive Reisebüro
Die Zusammenarbeit mit den Betrieben läuft gut, neue Betriebe wollen mitarbeiten und Kontingente zur Verfügung stellen. Der Trail ist ein konstanter Faktor im Produktportfolio der Trail Angels. Vor Ort in der Region gibt es eine Außenstelle oder einen Franchisepartner, um auch persönlichen Kontakt mit den Gästen zu haben und auf spezielle Anfragen rasch reagieren zu können.

Die Tourismusverbände
Durch den Luchs Trail wird das Überleben einiger peripherer Betriebe gesichert. Vor allem aber hat der Trail dazu beigetragen die Region als Speerspitze des sanften Tourismus bekannt zu machen. Der Trail spricht eher höher gebildete an, die nicht jeden Euro zweimal umdrehen. Auch hat sich das Publikum verjüngt, was angesichts unserer überalterten Stammgäste sehr notwendig war.
Schutzgebiete
Die Wanderer am Luchs Trail gehören mittlerweile zu den liebsten Besuchern. Sie kommen und gehen zu Fuß, brauchen kein motorisiertes Verkehrsmittel, nicht einmal einen Bus. Sie sind aufmerksam, respektvoll der Natur gegenüber und dankbar für unsere Arbeit im Naturschutz. Zurück zuhause werden sie zu Verfechtern der Parks.
Das wichtigste zum Schluss:
Der Luchsbestand hat sich mittlerweile stabilisiert, es gibt ausreichend Nachwuchs, es entstehen neue Reviere in der Umgebung und es gibt einen Austausch mit anderen Populationen. Die Präsenz des Luchsthemas in der Öffentlichkeit hat die Politik dazu veranlasst, künstliche Barrieren (Autobahnen, etc.) mit Grünbrücken gangbar zu machen. Wilderei ist mittlerweile ein NOGO geworden und findet auch am Stammtisch keine Freunde mehr. Gemeinsam mit der Jägerschaft wurden in Steiermark und OÖ Luchse zur Blutauffrischung ausgewildert.
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„Der Erfolg des Luchs Trails hat auch uns Trail Angels überrascht. Der Luchs Trail hat bewiesen, wieviel man mit Teamgeist, Leidenschaft, Innovation und dennoch überschaubaren Mitteleinsatz in die richtige Richtung bewegen kann. Wir sind überzeugt: Der Luchs Trail wird bald einer der strahlendsten Sterne für die Partnerschaft aus Naturschutz und Tourismus und für einen nachhaltigen Tourismus in peripheren ländlichen Regionen“

Trail Angels

Dieser Beitrag wurde verfasst von: Herbert Wölger

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