Schritt um Schritt zur aktiven Er­holung

8. Mrz. 2019

Viele Menschen belastet der Arbeitsalltag mehr oder weniger. Vermehrt bringen Reiseveranstalter und Sportartikelhersteller mit Slogans wie: „Raus aus dem Alltag, rein in den Urlaub“, oder „Ich bin dann mal weg“ ihre Werbebotschaften an den Mann bzw. Frau.

Weitwandern wirkt – für Körper, geist & Seele! Hier am Luchs Trail ©ARGE Luchs Trail/Mauthner

Der Erholungsurlaub als Kontrast zum belastenden und stressigen Arbeitsalltag? Lasst uns mal gemeinsam einen Blick auf diese Frage werfen und die Rolle des Wanderns für den Erholungsurlaub dabei finden.

Aktive versus passive Erholung
Im Urlaub möchte man sich vom stressbelasteten Alltag erholen – ist klar! Aber wie erholt man sich am besten? Die einen sagen, indem man möglichst nichts tut, was man im Fachjargon „passive Erholung“ nennt. In den letzten Jahren setzt sich aufgrund der Erkenntnisse der Trainingsforschung aber immer mehr die Erkenntnis durch, dass eine aktive Erholung die effektivere Art ist, sich zu erholen – natürlich nur wenn man es mit dem „Aktiv“ nicht übertreibt.

Wer im Erholungsurlaub nur auf der faulen Haut liegt, ist hinterher weniger erholt als jemand, der in den Ferien körperlich aktiv war. Darauf weist Prof. Froböse vom Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln hin. „Nach einem erholsamen, aktiven Urlaub hat man bis zu zehn Wochen lang nachweisbar weniger Stresshormone im Körper und ist somit stressresistenter“, sagt er. „Auch das Immunsystem wird gestärkt und ist widerstandsfähiger gegen Bakterien und Viren im Alltag.“ Mehr dazu

Der Neurowissenschaftler Schneider von der DSHS Köln sieht einen klaren Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Mangel an Bewegung und der steigenden Zahl psychischer Störungen. Knapp bringt es der Neurowissenschaftler auf den Punkt: „Nur wer sich körperlich verausgabt, der kann sich hinterher auch entspannen.“ Allerdings alles mit Maß! Wenn der Sport selbst nur dazu dient, sich mit anderen im Wettkampf zu vergleichen, dreht sich der positive Effekt um. Hetzt man am Wochenende von einem Marathon zum nächsten Triathlon potenziert die sportliche Aktivität die Stesssymptome. Mehr dazu

Ausdauernde Bewegung an der frischen Luft
Wenn Du Dich im Urlaub also bestmöglich erholen willst, kommt es auf die Balance zwischen körperliche Aktivität und Regeneration an. Bei sportlichen Aktivitäten bieten sich dabei vor allem Ausdauersportarten im Freien an. Frische Luft, inspirierende Landschaften und Wegbegleiter, fließende Bewegungsabläufe, die den ganzen Körper bewegen, sind ideal. Und Voraussetzungen für eine sportliche Aktivität, die sowohl den Körper, als auch den Geist am effektivsten regenerieren lassen. All die genannten Attribute finde sich beim Wandern wieder!

Wörthersee Rundwanderweg
Erholungsurlaub pur: wenn das Gehen von selbst zur meditativen Übung wird! Hier am Wörthersee Rundwanderweg ©Wörthersee Tourismus GmbH

Jeder, der schon mehrere Tage zu Fuß unterwegs war, kann nachvollziehen, dass das Gehen mit der Zeit einen meditativen Charakter annimmt. Man beginnt die Landschaft anders wahrzunehmen und die Zeit scheint eine andere Qualität zu bekommen. Es geht dabei aber um mehr als nur das archaische Bewegungsmuster des Gehens. Es sind diese besonderen Momente, die wir für uns selbst wieder in Anspruch nehmen.

Wander-Impressionen für Deinen Erholungsurlaub
Lass Dich einmal kurz auf solche Trail-Impressionen für einen Erholungsurlaub mitnehmen: die Füße von sich strecken und die Seele baumeln lassen – dem Lauf der Wolken folgen und dabei an nichts denken – die Sterne am Nachthimmel beobachten und selbstvergessen ins Feuer starren – das Summen der Bienen wahrnehmen und sich im Rauschen des Gebirgsbaches verlieren – den Gehrhythmus an die Landschaft anpassen und mal heimlich einen Baum umarmen – sich wieder spüren und so zu sich selbst finden.

Gehört einfach zu einem Erholungsurlaub: die Beine und die Seele baumeln lassen. Hier auf einem Aussichtsgipfel oberhalb des Alpe-Adria-Trails im Nationalpark Hohe Tauern ©Bookyourtrail.com

Körperliche und geistige Regeneration
Viele Menschen wollen sich im Erholungsurlaub daher nicht nur körperlich erholen. Wie viele aktuelle Studien zeigen, gewinnt die psychische Regeneration bis hin zur mentalen Weiterentwicklung zunehmend an Bedeutung. Es handelt sich dabei um einen neuen Lebensstil, der die eher passive Genießervariante „Wellness“ zunehmend ersetzen wird. Man erkennt dabei einen Wertewandel, weg von der spätindustriellen Konsum- und Spaßkultur, hin zu einer Veränderungskultur. Bei diesem kulturellen Wandel rücken Ziele wie Erkenntnis, Transformation und Autonomie ins Zentrum. Der Zukunftsforscher Horx meint dazu: „Wenn wir alles „erlebt“ haben, auch alles Wohlfühlen und alle Entspannung, verlangen wir von Erlebnissen in Zukunft einen nachhaltigen Veränderungs-Effekt. Erlebnisse sollen uns fitter, kompetenter und lebensmächtiger machen. Alles andere ist uns zu wenig.“ 

Dieses Bedürfnis zielt also „auf die aktive Stärkung mentaler Fitness und kann so auch zu einem typischen Lifestyle des modernen Wanderers werden“, schreibt Michael Hahn von Institut proreg, denn „durch die unmittelbare Natur- und Landschaftserfahrung wird die Sicht ins eigene Innenleben klarer“. In diesem Erleben der Außen- und Inneninteraktion spielt vor allem für die urbanisierte Bevölkerung die umgebende Landschaft eine immer wichtigere Rolle. 

 

„Unberührte Natur- aber auch extensiv gepflegte Kulturlandschaften zeichnen sich dadurch aus, dass wir uns dort als fühlendes von jeher naturverbundenes Wesen geborgen und eben verbunden fühlen. Sobald wir wieder mit dieser Natur Beziehung aufnehmen, werden auch für Menschen, die in Ballungszentren leben und kaum noch Kontakt zu dieser Lebenswelt haben, verschüttet geglaubte Instinkte wieder aktiviert“, schreibt Dr. Rainer Brämer von der Wanderforschung Deutschland. Mehr dazu

Erleben und erholen wird zunehmend individueller
Das ist auch der Grund, warum sich das Erlebnis gewissermaßen von alleine entlang des Wanderweges entfaltet. Und dieses Erleben ist höchst individuell! Dies zeigt die Profilstudie Wandern des Deutschen Wanderinstitutes klar auf. Man wandert zunehmend in Minigruppen von Freunden oder in Paarkonstellationen, in deren Kreis man sich wohlfühlt und mit denen man die Landschaft gemeinsam entdecken will.

Mit den üblichen Pauschalreisen erreicht man diese Individualisten kaum mehr! Fixe Termine, willkürliche Gruppenzusammensetzung, vorgegebene Etappenlängen, definierte Start- und Endpunkte und keine Möglichkeit für individuelle Ruhetage passen so gar nicht mehr zur Erwartungshaltung dieser Gäste. Schaut doch einfach mal dazu auf unsere Webpage: www.bookyourtrail.com und entdecke eine Welt der ungeahnten Möglichkeiten für Deinen Erholungsurlaub. Sie ist so individuell wie Du!

Autor

Werner Mussnig

Der habilitierte Wirtschaftswissenschaftler ist seit jeher zwischen der Welt der Wirtschaft & seinen Hobbies Klettern & Trekking hin und hergerissen. Wobei Werner jetzt immer mehr in das Universum von Bookyourtrail eintaucht.

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