Fernreisen in Zeiten der Klimakrise?

15. Jul. 2019

Reisen nachhaltig zu gestalten, war und ist für uns ist die Vision und Antriebskraft des Projektes der Trail Angels. Wobei sich dann die Frage stellt: Können da Trekkingreisen in Ferndestinationen bei den Trail Angels noch Platz haben? Kein Versuch einer Rechtfertigung!

Traumlandschaft am Great Himalayan Trail: Mit nachhaltigem Tourismus einen wertvollen Beitrag leisten ohne das Klima allzusehr zu belasten lautet die Herausforderung ©Trail Angels

Im Vergleich zu den meisten Mitbewerbern könnten wir uns als Spezialreisebüro aus zwei Gründen bequem zurücklehnen: erstens befinden sich 90% unserer Trail Angebote im Nahmarkt, im so einzigartigen Alpe-Adria-Raum und zweitens sind wir als Trail-Entwickler bemüht, diese so nachhaltig wie nur möglich zu gestalten.

Nachhaltige Wanderreisen im Nahmarkt

Panoramaweg Südalpen Panorama am Hochplateau
Beliebt und klimafreundlich: Die Anreise per Bahn zur Wanderreise am Alpe-Adria-Trail © Klaus Dapra

So wählen bereits an die 40% unserer Kunden die Bahn als Anreiseform für unser Flaggschiff, den Alpe-Adria-Trail, denn unser ausgeklügeltes Mobilitätskonzept lässt Weitwanderer leicht und gerne auf das eigene Auto verzichten. Und mit der „regionalen Halbpension“ als immer beliebtere Verpflegungsform leistet man einen Beitrag zum Klimaschutz (Stichwort: „Nullkilometer-Menü“), stärkt regionale Produzenten und wird dafür mit den Geschmäckern der Region, durch die der Trail führt, belohnt. Das „Green Spirit“ Paket am Alpe-Adria-Trail ist ein schönes und bereits erfolgreiches Beispiel für nachhaltiges Wanderreisen im Nahmarkt.

Wie sieht es mit den Flugdestinationen aus?

Panoramaweg Südalpen Panorama am Hochplateau
Eine heikle Frage: Darf ich zur Trekkingreise mit dem Flugzeug reisen? © Miguel Ángel Sanz Unsplash.com
Wer in Nepal oder in Georgien (um unsere beiden Ferndestinationen zu bemühen) eine Trekkingreise unternehmen will, ist auf das Flugzeug für die Anreise angewiesen. Und das Flugzeug ist nun mal – um es drastisch auszudrücken – ein „Klimakiller“. Für umweltbewusste Kunden wäre es nun mal die einfachste und konsequenteste Lösung, auf Flugreisen zu verzichten. Und für uns als Trail Angels, alle Angebote von unserer www.bookyourtrail.com Plattform zu nehmen, die eine Flugreise erforderlich machen.
Wir haben uns anders entschieden. Warum? Weil wir überzeugt sind, dass ein Flugverbot gerade jene trifft, die den geringsten Anteil zur globalen Klimakrise beigetragen haben: Die Menschen in Nepal, Georgien und anderswo. Nachhaltigkeit fußt auf drei Säulen und während wir im Zuge des Klimaschutzes ausschließlich die ökologische Dimension im Auge haben, würde ein Zusammenbruch des (Trekking-) Tourismus die oben angeführte Länder vor allem wirtschaftlich uns sozial hart treffen.
Panoramaweg Südalpen Panorama am Hochplateau
Ein Projekt der Trail Angels mit Fair Trails Himalayas: Der „Snow Leopard Trail“ unterstützt den Schutz des Schneeleoparden und das Miteinander von einheimischer Bevölkerung und dieser faszinierenden Großkatze

Keine Frage: Es muss sich jeder an der Nase nehmen und sich die Fragen stellen: „Wie oft fliege ich in Zukunft?“; „Ich verzichte ab jetzt auf besonders klimabelastende Kurzreisen mit dem Flugzeug“; „Ich kompensiere ab sofort meine Flüge über anerkannte Plattformen“. Und auch wir Trail Angels werden diese Fragestellungen in Zukunft noch viel klarer und umfassender behandeln und in unsere Produkte integrieren.

Nachhaltiger Trekkingtourismus

Panoramaweg Südalpen Panorama am Hochplateau
Ein Projekt der Trail Angels mit Fair Trails Himalayas: Der „Snow Leopard Trail“ unterstützt den Schutz des Schneeleoparden und das Miteinander von einheimischer Bevölkerung und dieser faszinierenden Großkatze © Snow Leopard Conservancy
Wo wir jetzt schon Akzente setzen konnten, ist die nachhaltige Ausgestaltung des Trekkingtourismus in den Destinationen. Denn es ist uns wichtig, dass die Wertschöpfung für die bereisten Länder optimiert und gerecht verteilt wird. Dass Guides, Träger und auch die Mitarbeiter der lokalen Agenturen fair bezahlt werden und den besten Versicherungsschutz genießen, der verfügbar ist. Dass Lodges fair bezahlt und regionale Produkte für die Verpflegung verwendet werden. Dass hohe ökologische Standards, wie Müllvermeidung und das Verbot von Campfeuer eingehalten werden. Und dass ausgewählte ökologische oder soziale Projekte aus den Buchungsumsätzen finanziert werden.
Fair Trails Himalayas: Für einen nachhaltigen Trekkingtourismus im Himalaya! Fair Trails Himalayas Workshop mit Trail Angels CEO Günter Mussnig, Fair Trails Projektmanager Saurabh Battharai und nepalesischen Trekkingunternehmern. © Trail Angels
So haben wir uns entschieden, in jeder Ferndestination, die wir in unser Portfolio aufnehmen, aktiv an einem Projekt zur Förderung des nachhaltigen Tourismus zu arbeiten. Um noch mehr bewirken zu können. Wie bei unserem Joint Venture mit www.ennovent.com, den „Fair Trails Himalayas“ in Nepal, Indien und Bhutan. Oder der neuen Initiative mit www.e-c-o.at Klagenfurt über „Sustainable Visitor Trails Georgia“.
Panoramaweg Südalpen Panorama am Hochplateau
„Sustainable Visitor Trails Georgia“: Trekking von einem Nationalpark zum nächsten im atemberaubenden Kaukasus. Ein neues, faszinierendes Projekt mit den Trail Angels entsteht. © Welcome Georgia
Mit Hilfe dieser Projekte kann es uns gelingen, nicht nur unsere Trekkingangebote wirklich nachhaltig zu gestalten, sondern damit auch auf die gesamte Tourismusstruktur in diesen Ländern auszustrahlen. Für mehr Umweltschutz, soziale Einbindung und ökonomische Gerechtigkeit – vor allen in den peripheren ländlichen Regionen. Denn nur so werden Fernreisen in Zeiten der Klimakrise ihre Berechtigung behalten.

Wir werden in den nächsten Monaten an dieser Stelle über den Fortschritt dieser Projekte regelmäßig berichten.

Autor

Günter Mussnig

Der Diplomgeograph ist einer der Gründer und Geschäftsführer der Trail Angels, die für die Webplattform Bookyourtrail.com verantwortlich zeichnen. Als Trekking- & Outdoorfreak gehört er zu den Vätern des Alpe-Adria-Trails und erkundet seit mehr als 25 Jahren den nepalesischen Himalaya.

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