Behind the Scene Part 2 – Trail Angel Stefan, Dein Scout für alle Fälle

14. Dez. 2021

Blicke mit "Behind the Scene" hinter die Kulissen und erfahre, was genau innerhalb des Trail Scoutings passiert.

© Trail Angels/Matthew Nelson

Mit der Blog Reihe „Behind the Scene“ werden wir Dich hinter die Kulissen der Trail Angels blicken lassen. So wirst Du nur unser umfangreiches Aufgabengebiet kennenlernen, sondern auch die Engel selbst, die alle Hebel in Bewegung setzen, um im nachhaltigen Tourismus das Unmögliche möglich zu machen. Denn unsere Trail Angels schrecken vor keiner Herausforderung zurück.

Heute im Rampenlicht ist unser staatlich geprüfter Ski- und Bergführer Stefan, welcher bereits seit 4 Jahren Teil des Trail Angels Teams ist. Wenn er nicht beruflich auf Trail Scouting unterwegs ist und für uns über Stock und Stein springt um die beste Route, den spannendsten Streckenverlauf und die schönsten Plätze zu finden, ist er auch privat am liebsten in den Bergen, am liebsten mit seiner Familie, unterwegs. Ob beim Klettern, Wandern oder Skitouren gehen, das Abenteuer findet er überall. Was einem sofort auffällt im Gespräch ist die Expertise und vor allem die Leidenschaft die bei jeder Erzählung, jedem Erklären und jeder Antwort auf meine Fragen im Interview in Stefans Stimme mitschwingt. Er liebt es sich in Details zu verlieren und seine Geschichten ausführlich zu schmücken. Wie seine Erfahrungen als staatlich geprüfter Ski- und Bergführer, leidenschaftlicher Alpinist und Erstbesteiger, das Trail Scouting, nur eine seiner vielen Aufgaben bei uns, perfekt ergänzt, das erfahrt ihr jetzt.

 

Panoramaweg Südalpen Panorama am Hochplateau

Stefan weiß ganz genau wo es hingeht, die detaillierte Planung vorab und seine Erfahrung als staatlich geprüfter Ski- und Bergführer helfen ihm dabei, die schönsten Wege zu sehen und diese zu erkunden © Trail Angels/Matthew Nelson

Preparation is key

Viele von uns, so auch auf alle Fälle ich, stellen sich vor, dass Trail Scouting vorerst im Freien stattfindet, immerhin verrät das schon einmal das Wort an sich. Trail = Weg, Scouting = Erkunden, Auskundschaften, und das kann doch nur draußen vor Ort stattfinden!? So einfach ist das allerdings doch nicht.

Trail Scouting ist die Ausarbeitung einer Routenführung für einen bestimmten Weg, welcher durch unsere Auftraggeber grob vorgegeben ist. Dabei entscheidend ist der Fact, dass Trail Scouting nichts damit zu tun hat, neue Wanderwege zu bauen, vielmehr geht es darum, das bestehende Wegenetz effizient zu verknüpfen um die bestmöglichste Strecke für den zukünftigen Trail zu finden. „Den Weg so anzulegen um den Gast die schönste Strecke zu bieten, dass sein Weitwandererlebnis unvergesslich ist, ist unser Ziel.“ Die drei Pfeiler Schönheit, Machbarkeit und Organisierbarkeit spiegeln die Hauptdarsteller bei der Wegkonstellation.

Nicht nur Weitwanderwege benötigen ein professionelles Trail Scouting, auch bei unseren Fernradwegen oder Mountainbike Strecken ist Stefan unterwegs. Hier in Action beim Trail Scouten für die Trans Nationalpark (Etappe 2 Reichraming – Windischgarsten) © Trans Nationalpark/Christian Scheucher 

Puzzlespiel für Vollprofis

Vom Auftrag über die Planung eines Weitwanderweges, bis hin zur tatsächlichen Umsetzung benötigt es viele einzelne Puzzleteile.

Schritt 1 – das Planen über Kartenmaterial und Outdooractive

Jeder, der sich regelmäßig mit Tourenplanung auseinandersetzt kennt es, die Karten vor sich auszubreiten, Hangneigungen abzulesen, Streckennetz und Möglichkeiten für die Wanderung abzuchecken und schließlich die möglichen Optionen festzulegen. So auch Stefan. Die Vorplanung entspricht dabei der Grobplanung der Streckenführung. Was Stefan in diesem Schritt auch berücksichtigt sind sinnvolle Etappenstart- und Etappenendpunkte, als auch wichtige Naturschauspielplätze und die Vorstellungen der Auftraggeber. Sobald das gemacht ist folgt auch schon das nächste Puzzlestück.

Schritt 2 – das Eingeben der Wegabschnitte in Outdooractive

Um zu sehen, wie machbar die gerade davor identifizierten Etappen für die jeweilige Zielgruppe sind, wird das Streckendesign auf Outdooractive eingegeben. Hier erfahren wir haargenau wie lang die Strecke ist, die geschätzte Gehzeit und auch wie viele Höhenmeter bei den einzelnen Etappen gemacht werden. Immerhin sind das sehr entscheidende Eckpunkte für das Streckendesign und schlussendlich auch für den persönlichen Erfolg unserer Wanderinnen und Wanderer. Im besten Falle hat sich Stefans Erfahrung und seine Karten-lese-Skills so ausgezahlt, dass aus der Grobplanung eine wunderschöne und machbare Route entstanden ist – zumindest einmal virtuell. Falls nicht gleich auf Anhieb, dann spätestens nach ein paar weiteren gekonnten Klicks.

Schritt 3 – das Checken der Infrastruktur

Spätesten jetzt wird nachgeforscht ob es in den jeweiligen Etappenenden Unterkünfte für unsere Wanderer gibt. Sollte das nicht der Fall sein wird wieder die Mappe gezückt und umgeplant. Es werden so lange einzelne Puzzlestücke verschoben und gedreht, bis die beste Route gefunden ist. Neben den Übernachtungsmöglichkeiten sind Restaurants und Transfermöglichkeiten für Gepäck und Wanderer zwei weitere Kriterien auf die Stefan sein Auge wirft.

Schritt 4 – die Auftraggeber miteinbinden

Jetzt werden die Auftraggeber wieder mit ins Spiel gebracht. Ihre Expertise wird verwendet um die Machbarkeit, die Verfügbarkeit von Infrastruktur zu überprüfen und auch die einzelnen Highlights der Regionen in die Wegführung mitaufzunehmen. Immerhin kennen sie ihre Heimat am besten und lassen auch so manchen Geheimtipp miteinfließen. Sobald die Streckenführung ihren Vorstellungen entspricht geht es endlich los mit dem eigentlichen Trail Scouting vor Ort – juhuu!

Schritt 5 – das Trail Scouting

Spätestens jetzt stellt sich heraus, ob das was Stefan rein auf Papier geplant hat Sinn macht und aus der Grob- und Detailplanung ein abwechslungsreicher und schöner Weitwanderweg resultiert. Dabei erzielt Stefan eine Trefferquote von 95 %. Die restlichen 5 % sind meistens Abschnitte, die doch schwerer sind als angegeben und werden dann noch einmal adaptiert.

Schritt 6 – das Finetuning

Nach der Finalisierung, wo Stefan alles verifiziert, werden Wegbeschreibungen geschrieben. Diesem Punkt kommt mit Sicherheit Stefans detailgetreues Erzählen und Beschreiben wieder zu gute. Unser IFMGA-Bergführer und Trail Angel weiß ganz genau, wie die Köpfe unserer Gäste ticken und welche Informationen sie benötigen, so kommt kaum einmal einer der Gäste bei einer Etappe vom Weg ab. Natürlich helfen auch in diesem Punkt die erstellten GPS Tracks, welche es uns als auch den zukünftigen Gästen helfen, in Echtzeit auf Track zu bleiben.

Panoramaweg Südalpen Panorama am Hochplateau

Manchmal muss die Berufskleidung auch gewechselt werden: Zusammen mit Thorsten Hoyer (Chefredakteur Wandermagazin) und Roland Oberdorfer (Kärnten Werbung) auf der Tour Natur in Düsseldorf bei einer Prämierung des Alpe-Adria-Trails als schönster Weitwanderweg Österreichs 2018

Trail Angel oder doch Indiana Jones?

Das Trail Scouting ist durchaus abenteuerlich. Vor allem in Ländern, wo der (Wander-)Tourismus noch nicht so verwurzelt ist gleicht das Trail Scouting oftmals Pionierarbeit, wo man sehr viel vorbereiten und planen muss, dass am Ende ein neuer Weitwanderweg für abenteuerlustige Gäste herauskommt. Da kann es durchaus vorkommen, dass Stefan durchs Dickicht kriechen muss, Wege sucht, die zwar eingezeichnet sind, aber offensichtlich es nicht gibt oder eine nicht eingezeichnete Schlucht überqueren muss. Am Ende jeder Planung, jedes Abenteuers, jedes Auftrags, dann aber vor einem wunderschönen Weitwanderweg zu stehen, einem Produkt, welches die Region bereichert, aber auch alle Weitwanderherzen höher schlagen lässt, ist das Ziel, welches Stefan am meisten an seiner Arbeit anspornt und erfreut.

Panoramaweg Südalpen Panorama am Hochplateau

Immer mit einem Grinsen im Gesicht trotzt Stefan jeglicher Witterung. Hier gerade beim Trail Scouting am High Scardus Trail im Westbalkan unterwegs © Trail Angels/Matthew Nelson

Mr. Etappe

Niemand kennt die Wege und Etappen so gut wie er. Ein Gast der sich verlaufen hat, kein Problem. Eine kurzfristige Umleitung aufgrund von Schlechtwetter, kein Problem. Spezialberatung um abgestimmt auf Kondition und Erfahrung den geeignetsten Trail für den Gast zu finden, kein Problem. Aufgrund seiner Erfahrung als Bergführer, weiß Stefan ganz genau, wie er unsere Gäste bestens beraten und einschätzen kann. Diese Erfahrungen fließen auch in die Streckenplanung mit ein. Seine Karten-lesen-Skills kommen vor allem in der Planungsphase zu tragen. Die Fähigkeit, rein vom Kartenmaterial auf die Schönheit der Landschaft schließe zu können und sich in die Rolle des Gastes hineinzufühlen, ob die Strecke auch wirklich machbar für die Mehrheit unserer Gäste ist, liegt ihm im Blut. Und schließlich auch als Alpinist und Erstbesteiger, Autor von vielen Skitourenführern kann kaum einer so gut Routen beschreiben wie er.

Schau bei unserem Blog vorbei und erfahre selbst was bei einem Trail Scouting Field Trip am Balkan so alles passiert.

Autor

Steffi Dolzer

Nach ihrem erfolgreichen Abschluss des Tourismus- und Freizeitwirtschaft Studiums in Innsbruck und zahlreichen Aufenthalten im Ausland, hat es die gebürtige Osttirolerin wieder zurück in ihre Heimat verschlagen. Nicht nur wegen ihrer Heimatverbundenheit, sondern viel mehr wegen ihrer größten Leidenschaft, dem Bergsteigen und Klettern in den Hohen Tauern. Ihren Tatendrang, ihre Motivation und Begeisterung für die Bergwelt, lässt sie in unser Team miteinfließen.

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